80 % der Zweitligisten lehnen Reformpläne ab

von am 16. Juli 2022 in Nachrichten

80 % der Zweitligisten lehnen Reformpläne ab

Der Deutsche Schachbund (DSB) plant auf seinem Kongress im Oktober 2022 in Ulm die 2. Schach-Bundesliga zu refor­mieren: Geplant sind zwei Staffeln á zwölf Mannschaften statt vier Staffeln á zehn Mannschaften und darunter eine neue 3. Liga mit vier oder sechs Staffeln á zehn Mannschaften. Eine Umfrage durch den DSB unter den Vereinen fand nicht statt. Die Schach­freunde Berlin wollten es genauer wissen und starteten eine Umfrage.

Teilnah­me­be­rechtigt waren die 40 Vereine der 2. Schach-Bundesliga 2021/2022, die Aufsteiger zur kommenden Saison 2022/2023 und die beiden Vereine, die nach sport­lichen Gesichts­punkten Mitte Juni 2022 sicher aus der 1. Schach-Bundesliga 2021/2022 (König Tegel, Aachener SV) als Absteiger feststanden. 28 Antworten gingen ein, was einer Teilnah­me­quote von 52 % (28 von 54) entspricht.

Die Stimmung unter den Teilnehmern ist eindeutig: 22 Vereine lehnen die Reform ab, ein weiterer Verein sprach sich gegen die Pläne im Hinblick auf die aktuell bestehenden Unsicher­heiten aus. Lediglich fünf Vereine befür­worten die neue Struktur. 16 Vereine würden dauerhaft in der refor­mierten 2. Liga teilnehmen (was aus Mangel an Alter­na­tiven nicht weiter verwundert), aber zehn Vereine sehen sich als „Fahrstuhl­teams“. Das kennt man bisher nur aus der teuren und aufwen­digen 1. Schach-Bundesliga und führte dort zu sehr vielen ärger­lichen Rückzügen. Dies ist unseres Erachtens ein klares Alarm­signal.

Was nachdenklich stimmt: Nicht nur der DSB fragte die Vereine nicht nach ihrer Meinung. Auch die deutliche Mehrheit der Landes­ver­bände kommu­ni­zierte nicht: Nur acht Vereine wurden von ihrem Landes­verband auf dieses sehr grund­le­gende Thema angesprochen, darunter vier Berliner Vereine (die nach unserem Kennt­nis­stand an der Umfrage teilge­nommen haben) vom Berliner Schach­verband. Es erscheint nicht ausge­schlossen, dass nur drei oder vier Landes­ver­bände mit ihren Mitgliedern geredet haben.

Die Ergeb­nisse zu den weiteren gestellten Fragen:

Auf die Fragen zwei und drei konnten alle antworten. Es kam also nicht darauf an, ob man die Reform befür­wortet oder ablehnt. Eine Mehrfach­auswahl war zudem möglich.

Die letzte Frage hat mit dem eigent­lichen Thema nichts zu tun, ist aber in Zeiten von Spieler­mangel (nie sah man mehr kampflose Nieder­lagen in den Ligen) aus unserer Sicht inter­essant:

Wir hoffen einen Beitrag zur Meinungs­bildung geleistet zu haben.

Hinweis: In der ersten Version des Artikels war zu lesen, dass der DSB-Kongress im August 2022 in Magdeburg statt­findet. Den Fehler haben wir nach dem Hinweis eines aufmerk­samen Lesers korri­giert.

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