Gegen Viernheim lange gut mitgehalten

von am 23. Februar 2020 in Nachrichten

Die 1. Mannschaft der Schach­freunde spielte an diesem Wochenende in Aachen. Am Samstag wartete Viernheim mit Profis überwiegend im hohen 2600er-Bereich nur darauf, fett zu punkten, während die mehrheit­lichen Amateure von den Schach­freunden Berlin ihre Haut so teuer wie möglich verkaufen wollten. An den ersten 6 Brettern hatten die Gegner jeweils zwischen 65 und fast 200 ELO-Punkten mehr, während man hinten bei je 25 ELO Plus auf ein kleines Gegen­ge­wicht hoffen konnte.   

Felix remisierte frühzeitig gegen Sébastien Maze. Ehrlich gesagt, konnte ich mich gar nicht recht darüber freuen, weil er wohl klar besser stand und mit Druck und Raumvorteil am Damen­flügel alle Trümpfe der Stellung in seiner Hand hielt. Vermutlich steckte ihm das Grazer Open und die anschlie­ßende stressige Anreise noch in den Knochen.

In einer königs­in­di­schen Partie stand Szymon (Brett 3) zunächst besser und behielt in teils wildem Gemetzel gegen Amin Bassem den Überblick, bis im Leicht­fi­gu­renend­spiel für beide Seiten nichts mehr zu holen war.

Lars kam in Entwick­lungs­rück­stand und seine Dame stand im Abseits. So konnte er der Angriffs­wucht seines Gegners, der mit zwei Leicht­fi­gu­ren­opfern den schwarzen Königs­flügel abräumte, nichts entgegen setzen.

In Thores Partie gab es einen Stapel von 4 Bauern auf der d-Linie. Obwohl er wohl fast die ganze Partie über besser stand, reichte es nicht zum Gewinn.

Von Anfang an sah es an den vorderen beiden Brettern sehr gut aus. Doch während Wojciech an Brett 1 mit Mehrbauer im Turmend­spiel gegen Vladimir Malakhov ein Remis gelang, verlor Martin in Zeitnot aus ausge­gli­chener Stellung heraus eine Figur und musste sofort aufgeben.

Marco hatte mit Schwarz einen schweren Tag gegen Igor Kovalenko, der seine druck­volle Stellung immer weiter verbes­serte und kein Gegen­spiel zuließ.

Tragi­scher Held des Tages war Jan Sprenger. Er kämpfte mit Weiß fast 6 Stunden lang gegen Sergey Fedorchuk aktiv und auch mit Minus­bauer erfolg­reich, bis weit ins Turmend­spiel hinein, in dem sein Gegner einen Freibauern auf der a-Linie besaß. Fröhlich zeigt die Engine trotz Minus­bauer auf a2 plötzlich -0,30, nahe am Ausgleich. Ich hatte die Partie lange verfolgt und freute mich sehr für Jan. Dann macht er den „Menschen-Zug“ 59. Ke4. Die Idee ist klar: den Turm für den a-Bauern geben und durch den König unter­stützt den eigenen f-Bauern so weit vorzu­treiben, dass der Gegner ebenfalls seinen verblie­benen Turm dafür hergeben muss. Doch am Ende fehlt genau ein Tempo! Das Fehlen des Tempos kommt in dieser Variante anscheinend daher, dass im 59. Zug der König nicht nach d4 (hält den gegne­ri­schen König auf Distanz), sondern nach e4 gezogen wurde. Aller­dings hatte Schwarz auch ein paar Minuten mehr auf der Uhr und auch andere Partie­fort­set­zungen, die in jedem Zug mit viel Rechen­arbeit verbunden waren, standen ihm zur Verfügung.

Am Ende stehen nur 2 Punkte für die Schach­freunde zu Buche, wirklich viel zu wenig für die vielen guten und z. T. besseren Stellungen.

Der heutige Tag war nur zum Einspielen, sage ich mir. Morgen gegen Aachen gibt’s keinen Karneval, da folgt hoffentlich die Aussöhnung gegen einen angeschla­genen Gegner (Aachen machte heute ebenfalls nur 2 Punkte gegen Reise­partner Dresden).

 

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