Knapper geht’s nicht!

von am 17. Januar 2016 in SFB2 Saison 2015/16, Teams

Knapper geht’s nicht!
Mr. Sitzfleisch: Dr. Joachim Wintzer (links) überzeugte einmal mehr durch ein Händchen für späte Chancen, diesmal in der 8. Stunde. Erster Gratulant: Christoph Nogly (rechts).

Sehr, sehr glücklich gewann heute die 2. Mannschaft gegen Weisse Dame, die wie immer planbar und stark aufge­stellt waren.

Nach 4 Stunden stand es 3:2 gegen uns. Die Siege errangen Felix (toll in Form!) und Ersatz­spieler Jens (vielen Dank für’s erfolg­reiche Mitwirken). Christoph hatte nach abgelehntem Remis verloren, Martina kam weder mit der Vorbe­reitung noch mit der Bedenkzeit klar, bei Udo muss im Endspiel mit Mehrqua­lität irgend­etwas schief­ge­gangen sein). Es spielten noch Marco, der lehrbuch­artig den Springer seines Gegners mit dem Läufer dominierte, Zbigniew, dessen Stellung unüber­sichtlich-aktiv, aber objektiv wohl schlechter war, und Joachim, der mit D+S gegen D+L ein Endspiel bei jeweils noch 7 Bauern etwa ausge­glichen stand. Wir hofften auf ein Unent­schieden.

Marco machte sehr sicher den Punkt, es stand 3:3. Zbigniew rechnete, dass es qualmte, sein Gegner Hans-Joachim Waldmann parierte aber souverän alle Drohungen und konnte seine Stellung bei einem Mehrbauern verbessern. Mehrfach bot Zbigniew Zugwie­der­holung an, sein Gegner spielte jedoch auf Sieg. Joachim hatte inzwi­schen die Damen getauscht. Irgendwann hatten alle Spieler ihre Restbe­denkzeit bis auf ca. 2 min + 30 sec pro Zug verbraucht. Es war nun etwa 17.45 Uhr, die meisten waren schon gegangen, das Catering abgebaut, wer noch da war, hatte den Mantel schon an. Der Schieds­richter bringt frische Partie­for­mulare... Bei Zbigniew sieht es kritisch aus.

Plötzlich eine Diskussion. Zbigniew hat auf Remis durch dreifache Stellungs­wie­der­holung rekla­miert. Es stellt sich heraus: zu Recht! Seine Zitter­partie bringt noch einen halben Punkt. Wunderbar! Bei Joachim wird indessen mit König und Springer laviert, sein Gegner Franko Mahn tut es ihm mit König und Läufer gleich, vielleicht war da ja auch mal eine Zugwie­der­holung drin? Unerwartet, aber clever erlauert, erzwingt Joachim im richtigen Moment Figuren­tausch.

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Dann ein Bauern­opfer (in der oberen Diagramm­stellung war gerade e4-e3! geschehen) und Joachims König steigt über das Zentrum am Königs­flügel ein, holt sich zwei Bauern und bildet selbst verbundene Freibauern. Das Wettrennen der Bauern gibt es dann nicht mehr zu sehen, Joachim wäre schneller gewesen und noch dazu mit unmit­telbar folgendem Matt einge­zogen (siehe untere Diagramm­stellung). Sieg für Joachim und 4,5 Punkte insgesamt. Was für ein Spektakel! Hier der Endstand:

Schachfreunde Berlin  4½ : 3½    Weisse Dame

Baldauf, Marco         1 : 0      Möller, Hendrik
Strzemiecki, Zbigniew  ½ : ½      Waldmann, Hans-Joachim
Nogly, Christoph       0 : 1      Venske, Kai-Gerrit
Dr. Wintzer, Joachim   1 : 0      Mahn, Franko
Hoffmann, Udo          0 : 1      Uhl, Heinz
Nötzel, Felix          1 : 0      Kather, Yannick
Skogvall, Martina      0 : 1      Dr. Abraham, Ingo
Kretzschmann, Jens     1 : 0      Wischhöfer, Cord

Mit diesem Sieg haben sich Schach­freunde 2 an die Tabel­len­spitze vorge­schoben, da Makkabi gegen Greifswald verlor. Die Greifs­walder nun auf Rang zwei mit einem Mannschafts­punkt Rückstand, gefolgt von Makkabi und König Tegel, die heute knapp gegen Empor Potsdam gewannen.

Der Satz des Tages wurde von Christoph ausge­sprochen (Christoph, Joachim, Martina und Udo auf dem Weg ins Restaurant): „Hier laufen einer aus vier.“ Die Stimmung war auf jeden Fall prächtig, als wir den Abend ausklingen ließen.

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9 KommentareKommentieren

  • Rainer Polzin - 24. Januar 2016 Antworten

    Joachim Wintzer hat eine Replik zu Dirk Paulsen verfasst, die hier veröf­fent­licht ist:

    https://schachfreunde.berlin/2016/01/wie-sollte-man-in-mannschaftskaempfen-spielen/

  • Dirk Paulsen - 24. Januar 2016 Antworten

    Alles im Rahmen der Regeln, natürlich. Prinzi­piell finde ich es gut und inter­essant, dass auch ausge­gli­chene Stellungen weiter gespielt werden, sogar weiter gespielt werden sollen und müssen, teils von den Regel­kom­mis­sionen so vorge­sehen (ich spielte ja jüngst die Deutsche Einzel­meis­ter­schaft und da gab es keine Remis­an­gebote vor dem 40. Zug -- ein echter Zugewinn für das Schach), aber auch von der Weltelite vorex­er­ziert. Dass sie nun als, aus meiner Sicht „moderne Gladia­toren“, so handeln müssen und sich mögli­cher­weise hier oder da durchaus mal mit einem Remis zufrieden geben würden, gerade unter Freunden, wenn sie denn dürften, tut dem keinen Abbruch. Es muss gefightet werden und das Schach lebt auf, boomt, und der doch sehr hohe Zuschau­er­an­drang bei den Weltmeis­ter­schaften im Schnell- und Blitz­schach im Oktober 2015 lieferten einen weiteren Beleg: man weiß das als Zuschauer zu schätzen. Nicht das leiseste Bisschen von Schat­ten­boxen im Sinne von „Hammer­paarung auf der Bühne“ in der Ankün­digung, und eine Minute später das „ist schon zu Ende -- Remis“ als frustrie­rendes Resultat. Es wird immer weiter gespielt und man hat allen Grund zum Staunen, was für Möglich­keiten immer noch auftauchen.

    Genau so wie in der zitierten Partie. Nur, Bezug nehmend auf Heinz Uhl, hatte es hier doch aus meiner Sicht eine ganze Menge von Schat­ten­boxen, abgesehen vom Mangel an Zuschau­er­zu­spruch. Da wurde schon eine längere Zeit nur noch hin und herge­zogen, was einem selbst beim Nachspielen nur noch diesen Gedanken entlocken kann: „Worum geht es hier eigentlich und wann passiert endlich mal was?“ Es war nicht zu erkennen, dass hier irgendwo eine Art Fortschritt erzielt werden konnte als der Springer stundenlang (so war es doch?!) immer mal wieder Richtung e4 manövriert werden sollte, aber jedes Mal, wenn er zum Einritt bereit stand, der weiße Läufer nichts weiter zu tun hatte, als dieses Feld zu überwachen. Weitere Motive waren für mich nicht zu erkennen.

    Mein Irrtum bezogen auf die Einschätzung der Stellung NACH dem Einmarsch des schwarzen Königs habe ich ja bereits zum Ausdruck gebracht. Auch danach hätte es sich also gelohnt, wenn ich mir die Mühe gemacht hätte, länger darüber nachzu­denken, ob es nicht doch Gewinn­motive gab. Da der schwarze König jedoch -- vermutlich in der Erkenntnis, im Prinzip unendlich viel Zeit zu haben?! -- jedoch ein paar Mal bereits auf der eigenen Grund­reihe auftauchte, es aber in diesem Moment bereits eine Gewinn­führung hätte gegeben haben müssen, ließ mich vermutlich davon absehen. Falls es diese gab, so hätte doch ein Spieler vom Kaliber eines Dr. Joachim Wintzer diese am Brett entdeckt, und zwar ohne diese längeren Umwege?

    Die Fehler und Irrtümer lagen im Prinzip ausschließlich auf meiner Seite.

  • Martina Skogvall - 24. Januar 2016 Antworten

    Warum gehen wir nicht vom Einfachsten aus? Vielleicht hat Franko bewusst nicht das Remis rekla­miert (zumindest bei einer der beiden ersten Gelegen­heiten)? Ich finde - um Dirk zu antworten - der Partie­ausgang ist in keiner Weise vergleichbar mit den angeführten Beispielen. „Daneben“ finde ich „diese Art der Gewinn­führung“ auch nicht. Es gibt die 50-Züge-Regel, es gibt die Möglichkeit, Remis zu rekla­mieren, damit ist Unfairness ein Riegel vorge­schoben. Es steht den Spielern frei, diese Regeln zu beanspruchen oder auch eigene Chancen auf mehr als ein Remis zu suchen, dann aber auch mit dem Risiko zu leben, dass dabei in der 8. Stunde etwas schiefgeht.

  • Heinz Uhl - 24. Januar 2016 Antworten

    Rainer Polzin hat in seinem Kommentar vom 21.02.2016 die in dem Bericht von Martina Skogvall aufge­worfene Frage nach einer Zugwie­der­holung in der Partie zwischen Franko Mahn und Joachim Wintzer indirekt zwar bereits beant­wortet. Noch erwäh­nenswert und dabei aus Sicht der Weissen Dame zugleich besonders tragisch erscheint insoweit jedoch, dass Franko Mahn - soweit die veröf­fent­lichte Notation, wovon trotz beider­sei­tiger Mitschrift in Zeitnot auszu­gehen sein dürfte, dem tatsäch­lichen Partie­verlauf entspricht - gleich an drei verschie­denen Stellen die Möglichkeit zu einer erfolg­reichen Rekla­mation auf Remis wegen dreima­liger Stellungs­wie­der­holung hatte - und zwar einmal davon auch noch, als die Stellung bereits objektiv verloren war, nachdem der schwarze König in das weiße Lager am Königs­flügel eindringen und den g- sowie h-Bauern erobern konnte.
    Schließlich noch eine Anmerkung zum Kommentar von Dirk Paulsen vom 23.01.2016:
    Unver­ständlich ist, was mit der Bezeichnung des Zuges 102.Ke3 als „völlig unmoti­viert“ zum Ausdruck gebracht werden soll. Im Sinne von „ohne jegliche Motivation gespielt“ wird es wohl kaum zu verstehen sein, dürfte gerade im Hinblick auf den Stand des Mannschafts­kampfes doch jeder der beiden Spieler bestrebt gewesen sein, die bestmög­liche Leistung abzurufen, um das aus seiner Sicht erwünschte Ergebnis erzielen zu können. Soll es aber im Sinne von „ohne erkenn­bares Motiv gespielt“ zu verstehen sein, so stellt sich die Frage, welches Motiv Weiß in der betref­fenden Stellung überhaupt hätte verfolgen können bzw. sollen. Kann etwa angenommen werden, dass die gewinn­brin­gende Partie­fort­setzung für Schwarz schwerer zu finden gewesen sein würde, wenn Weiß anstelle des kriti­sierten Zuges 102.Kg2 gespielt hätte, um den schwarzen Bauern­vor­stößen g3 bzw. h3+ wie vom Kommen­tator vorge­schlagen jeweils mit einer direkten Blockade durch Kh3 bzw. Kg3 begegnen zu können? Ein quali­ta­tiver Unter­schied zwischen den beiden Zügen 102.Ke3 und 102.Kg2 ist jeden­falls nicht auszu­machen, denn die Stellung ist nicht nur objektiv betrachtet in beiden Fällen gleicher­maßen verloren, sondern führt darüber hinaus sogar bei jeweils beider­seitig optimalem Spiel in exakt derselben Anzahl von Zügen (16) zum Matt. In einem aber sei dem Kommen­tator ausdrücklich zugestimmt: Nämlich dass - auch vermeintlich klar einschätzbare - Bauernend­spiele durchaus eine beacht­liche Reihe von Überra­schungen in sich bergen können!

  • Dirk Paulsen - 23. Januar 2016 Antworten

    Ok, habe nun durch Nachspielen erfahren, wie es tatsächlich kam. Ich habe auch nur im Kopf analy­siert und es war mir nicht schlüssig. Selbst wenn meine ersten beiden Anmer­kungen nun dümmlich erscheinen (eigentlich sind Bauernend­spiele von jeher eine Art Faible von mir, womit aber einbe­zogen ist, dass sie es deshalb sind, weil man so viele Überra­schungen erleben kann und eine Menge heraus­kitzeln kann): völlig unmoti­viert erscheint mir Franks Zug 102. (!!!) Kf2-e3, weil er bis dahin doch nur dafür Sorge zu tragen hätte, dass er auf jeden Bauern­vorzug des Schwarzen jeweils direkt die Blocka­de­stellung davor aufbaut, also auf den Zug g4-g3 mit König nach h3 reagieren kann und auf den Zug h4-h3 mit König nach g3. So wie er spielte -- König nach e3 -- konnte Schwarz zunächst die Bauern bis auf die zweite und dritte Reihe vorschieben und dann im geeig­neten Moment mit dem König einmar­schieren.

    Um ehrlich zu sein erinnert mich diese Art der „Gewinn­führung“ des Dr.Wintzer an eine uralte Partie von Aaron Nimzo­witsch, aus Karlsbad 1929, als Nimzo­witsch -- später Turnier­sieger vor Casablanca, mit diesem halben Punkt -- gegen Paul Johner eine totremise Stellung, ohne jegliche Perspektive, zig Züge weiter spielte, bis Johner, einfach so, ohne jegliche Motivation, anfing, eine Figur nach der anderen einzu­stellen, um Nimzo­witsch damit die Sinnlo­sigkeit seiner Fortsetzung auf bösartige, aber verderb­liche Art, vorzu­führen gedachte. Sicher, Punkt ist Punkt.

    Auf der Suche nach vergleich­baren Taten aus jüngster Zeit seien jene genannt, in welchen die eine Partei im Schnell- oder Blitz­schach, wohlge­merkt, durch René Stern und seinen Sieg gegen Ilja Schneider bei der Deutschen Blitz­mann­schafts­meis­ter­schaft „legali­siert“, mit einer nackten Leicht­figur gegen König plus Bauern einen Sieg einstreichen möchte, sofern der Gegner die Zeit überschreitet. Von Regeln gedeckt, erscheint mir aber auch dies höchst fraglich. René berief sich darauf, dass Ilja ja ebenfalls gewinnen wollte und insofern dieses Risiko einkal­ku­lieren musste, Ein anderer Versuch der Recht­fer­tigung besteht darin, dass ja eine höhere Anzahl von Figuren -- gegenüber der reinen Verteilung von Leicht­figur gegen König, in welcher ohnehin direkt das Remis abgesegnet ist -- ab und an sehr hinderlich sein kann, wie etliche Studien- und Problem­kom­po­nisten natürlich nachweisen konnten, als beispiels­weise ein einziger Springer (sogar vielzügig!) gegen die komplette gegne­rische Armee siegreich bleibt, weil sich dort natürlich alle Figuren auf kurio­seste Art komplett im Wege stehen und jegliche Luft zum Atmen rauben. Das schlich­teste Beispiel ist natürlich jenes, in welchen ein Springer gegen einen Randbauern und den davor einge­klemmten gegne­ri­schen König das Matt erzwingen könnte. Falls die Regel hieße „hat die eine Partei eine nicht zum eigens Mattsetzen ausrei­chende Materi­al­menge, so ist die Partie bei ZÜ des Gegners mit Remis zu werten“, dann könnte der einen Zug vor dem Matt befind­liche Gegner sich ja auf diese Klausel berufen, die Zeit ablaufen lassen und nach der eigenen ZÜ behaupten. „Wir haben Remis gespielt.“ Obwohl der Gegner bereits die Hand über seinem eigenen Springer hatte, um das „Schachmatt“ auszu­rufen.

    Nun haben sich dem René Stern durchaus promi­nente Spieler einge­reiht, von welchen nun sicher nicht zu ihrer übergroßen Freude genannt sein mögen Werner Reichenbach oder Lars Thiede, welche ebenfalls volle Punkte ins Endklas­sement einge­tragen bekamen, jedoch diese mit dem „Minamal­ma­terial“ von jeweils einem Läufer, nur der Gegner jeweils noch über einen (Dr. Jung gegen Reichenbach, welchen er übrigens gerade zur Dame hätte einziehen können, wonach Werner vermutlich doch lieber geschlagen hätte wonach nichts weiter als der eigene Läufer verblieben wäre, oder aber, sofern Dr. Jung die Dame zur Hand gehabt hätte, Werner in der Konstel­lation Läufer gegen Dame auch beim besten Willen kein Mattbild konstruiert bekommen hätte) oder zwei Bauern (Mark Müller gegen Lars Thiede, wie übrigens auch bei Stern gegen Schneider), welche ihnen zum Verderben hätten werden können, sofern sie dieser entweder äußerst ungeschickt in den eigenen Weg zu stellen hätten, dem eigenen König Flucht­felder zu rauben, oder aber zunächst unter­ver­wandeln müssten in eine Leicht­figur, dann die „falsche Ecke“ anstreben (jene der Läufer­farbe) und dann noch die eigene, unter­ver­wan­delte Leicht­figur so dümmlich-schlau in den Weg zu stellen -- nennt man dann „Hilfsmatt“ und ist ja teils auch Problem­kom­po­nistens Forderung --, dass tatsächlich ein Matt erfolgen könnte.

  • Dirk Paulsen - 23. Januar 2016 Antworten

    Falls man übrigens mit Schwarz im 4. oder 5 Zug auf h4 schlägt, um dann im Damen­end­spiel einen Bauern mehr zu haben, zieht die weiße Dame auf d8 mit Schach­gebot ein, was sicher ebenfalls den Sieghoff­nungen nicht zuträglich ist.

  • Dirk Paulsen - 23. Januar 2016 Antworten

    Sehr netter Bericht, Martina, und absolut lobenswert dein Engagement. Zwei Anmer­kungen seien mir gestattet: der Bericht beginnt immer gleich mit den Vornamen (in vorhe­rigen auch schon), bevor man die Paarungen sieht. Das ist vielleicht für interne Leser ausrei­chend, weil sie die Spieler sämtlichst mit Vornamen kennen. Für einen (sicherlich erwünschten?!) Gastleser sieht es so aus, dass man zwar erahnt, dass da irgendwo Spannung aufkam, aber mögli­cher­weise auch zu faul ist, zuerst zu den Ergeb­nissen runter zu scrollen und denkt immer „wer könnte das denn nun sein?“. Also sollte man vielleicht zuerst die Ergeb­nisse einblenden und erst danach auf den Verlauf eingehen? Mögli­cher­weise ist dies jedoch ungeeignet, um die Spannung hoch zu halten und man könnte annehmen, dass damit ein paar faulere Leser vergrault würden, weil sie schlicht Ergeb­nisse lesen und dann wieder rausgehen, auf das Lesen verzichten? Insofern wäre der Vorschlag vielleicht besser geeignet, einfach Vor- UND Zunamen anzugeben, zumindest beim ersten Bezug auf diese Partie?

    Zweite Anmerkung: das Bauernend­spiel, welches Dr. Joachim Wintzer gegen Franko Mahn erreicht hat, ist mir nicht so ganz schlüssig. Vor allem der Zusam­menhang zwischen dem ersten und dem zweiten Diagramm. Falls also die Stellung im Diagramm 1 authen­tisch ist, dann sehe ich kaum eine andere Zugfolge also diese hier: 1. f2xe3 Kf5-e4 2. Kc3-d2 Ke4-f3 3. Kd2-d3 Kf3xg3 4. e3-e4 und nun hat Schwarz die Wahl, ohne beson­deren Nutzen daraus zu ziehen, den Bauern abzutau­schen mit 4.... d5xe4 oder ihn stehen zu lassen und direkt auf die eigene Verwertung seines Freibauern zu setzen, mit entweder 4.Kg3xh4 oder 4. Kg3-h3 oder 4. Kg3-f2, was, inclusive Abtausch auf e4, demnach auch im 5. Zug die Wahlmög­lich­keiten wären. Jeweils Züge Schwarz zwar zuerst zur Dame ein, aber ich kann nicht erkennen, wie er danach dem weißen König zuleibe rücken möchte oder die Dame erobern. Das entste­hende Damen­end­spiel wäre vermutlich in der Nähe von Ausgleich?
    Wie verlief die Partie also wirklich oder was hat Franko zur Aufgabe veran­lasst? Welche Bedeutung hat das zweite Diagramm oder wie soll die Entste­hungs­ge­schichte sein?

  • Rainer Polzin - 21. Januar 2016 Antworten

    Die Partien sind jetzt nachspielbar. Während Zbigniew Strze­miecki die Chance auf Rekla­mation wegen dreima­liger Stellungs­wie­der­holung nutzte, schien Franko Mahn die Regel wohl vergessen zu haben -:). Das Ende des Wettkampfs verlief wirklich sehr glücklich für die Schach­freunde.

  • Rainer Polzin - 19. Januar 2016 Antworten

    Einen ausführ­lichen Bericht zu dem Wettkampf gibt es auch bei Weisse Dame: http://www.sc-weisse-dame.de/v2/news.php?id=997

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