Schachfreunde wahre Gewinner des Wahlsonntags

von am 19.09.2011 in 2. Mannschaft, Nachrichten, Teams

Mit einem knappen aber doch sicherem 4,5-3,5 gegen die TSG Neuruppin ist die 2. Mannschaft der Schachfreunde Berlin der wahre Gewinner des Wahlsonntags in Berlin. Vor allem der „Gewinn/Verlust-Vergleich“ zur letzten Wahl (Saison) ist natürlich äußerst positiv!
Der Kampf musste um zwei Wochen vorgezogen werden, da die Hälfte der 2. Mannschaft (Wintzer, Lundin, Glantz, Nogly) die Schachfreunde ab nächstem Wochenende beim European Club Cup ECC in Slowenien vertreten werden. Da diese vier auch für drei Punkte der Schachfreunde verantwortlich zeichnen, ist auch diese Generalprobe gut verlaufen – hoffentlich kein schlechtes Zeichen!

Halbwegs verläßlich kann der Autor dieser Zeilen nur über seine eigenen Partie berichten, da sowohl mein Gegner Ralf-Axel Simon als auch ich ab ca. dem 18. Zug nur noch zwei Minuten plus Zeitgutschrift bis zur Zeitkontrolle hatten. Eine Neuerung von Ralf-Axel (9…. Sa5) in einer bekannten Stellung der Katalanischen Eröffnung kostete mich eine runde Stunde Bedenkzeit. Trotzdem war meine Antwort bestimmt nicht die beste. Immerhin war die Stellung so kompliziert, das Ralf-Axel mich auf der Uhr schnell eingeholt hatte.

In der Blitzphase ging der Vorteil gefühlt von Schwarz auf Weiß über, nach Damentausch war Schwarz wieder am Drücker. Kurz vor der Zeitkontrolle gab Schwarz aber ein Schach zu wenig, so dass plötzlich der weiße König auf f6 auftauchte und zusammen mit seinem Turm Mattdrohungen aufbauen konnte, die die schwarze Stellung schnell zusammenbrechen ließen.

Das war das 3-1 für die Schachfreunde und damit die Vorentscheidung. In den noch laufenden Partien stand Jan unter Druck, Joachim (viel) und Boris (wenig) hatten Vorteile, bei Lars sah es nach remis aus.

Eigentlich hätte es das 4-0 sein sollen, aber Jan Lundin hatte an Brett 4 leider seine Gewinnstellung verloren. Mit Weiß gegen eine sizilianischen Drachenvariente hätte er eine Qualität bei besserer Stellung gewinnen können, wollte aber lieber weiter angreifen. Dabei übersah er einen Konter von Schwarz, dessen Dame nach a2 eindringen konnte, wonach es sofort aus war.

Siegreich waren Robert Glantz an Brett 5 und Neuzugang Stefan Brettschneider an Brett 7, jeweils mit Schwarz. Roberts Gegner opferte im Königsinder für einen Zentrumsdurchbruch einen Bauern, wurde laut Hörensagen aber sicher mit eine Qualitätsopfer ausgekontert.

Stefan Brettschneiders Pirc-Verteidigung wurde mit h4-h5 scharf angegangen (ähnlich wie vor kurzem in der Partie Sutovsky-Ivanchuck beim World Cup). Die weißen Drohungen in der h-Linie erwiesen sich aber als weniger stichhaltig als der schwarze Gegenangriff im Zentrum.

An Brett 1 musste sich Jan Wendt dem königsindischen Vierbauern-Angriff erwehren. In einem komplizierten Mittelspiel musste sich Jan von einer Qualität trennen. Dafür hatte er aber einen Bauern und konnte die Stellung eigentlich kontrollieren. Unter Druck seines Gegners und der Uhr unterliefem ihm aber einige Ungenauigkeiten, so dass der ungarische FM Adam Popovics den Punkt einfahren konnte.

Dafür konnte Joachim Wintzer im Damenendspiel seinen Mehrbauern verwerten. In einer englischen Eröffnung „opferte“ er mit Schwarz seinen Läufer gegen einen weißen Springer auf c3. Den darauf entstehenden „Nimzo-Indischen Doppelbauern“ konnte er im langen Manöverkampf erobern und verwerten.

Mit dem Remis von Boris Dimitrijeski war der Kampf damit gewonnen. In einem Königsindischen Leichfigurenendspiel hatte er zwar den besseren Läufer, der allein reichte aber zum Sieg nicht aus.

Leider verlor Lars Thiede an Brett zwei dann doch noch sein Endpspiel, obwohl er vorher noch ein Remisangeobt des ungarischen IM Berebora abgelehnt hatte. Leider übersah er einen Durchbruch g4 (er hatte f4 erwartet). Danach verlor er einen Bauern auf d5, wonach das Endspiel wohl nicht mehr zu halten war.

SF Berlin II – TSG Neuruppin 4,5-3,5
Jan Wendt – Adam Popovics 0-1
Lars Thiede – Ferenc Berbora 0-1
Joachim Wintzer – Ralf Schoene 1-0
Jan Lundin – Walter Schatz 0-1
Robert Glantz – Thomas Heuer 1-0
Christoph Nogly – Ralf-Axel Simon 1-0
Stefan Brettschneider – Helge Biemann 1-0
Boris Dimitrijeski – Guido Giese 1/2

Autor: ny — 19.9.2011 23:16:14

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