Jens Kutschke Sieger des 1. Amateur-Cups

von am 10.09.2013 in Amateurcup

Jens Kutschke Sieger des 1. Amateur-Cups
Silber, Gold und Bronze: Maximilian Schipke, Jens Kutschke und Maximilian Mätzkow belegten die Plätze 1 bis 3.

Als in der Bülow­straße 94 am Sonntag abends die Sonne unterging, waren die Bretter, die Uhren und die Schach­fi­guren längst wieder einge­packt und die 46 Schach­spieler schon wieder zu Hause, von wo auch immer sie herkamen: aus Berlin, Brasilien, China, Öster­reich, der Mongolei und sogar aus Ebers­walde. Die eine oder andere „unver­diente“ Niederlage wird wohl den einen oder anderen noch einige Tage beschäf­tigen; gleiches gilt wohl für die glück­lichen Siege. „Das Schach lebt nun mal von Fehlern, und Gewinner ist derjenige, der den vorletzten Fehler begeht“, erwähnt Wilfried Pilgrim nebenbei, als er sich den nächsten Kaffee eingießt.

Zu Beginn der Turnier­prä­miere „1.Amateurcup der Schach­freunde Berlin“ musste eine Beson­derheit geklärt werden: Die DWZ von Jan-Michael Harndt war aufgrund einer Turnier­aus­wertung eine Woche vor dem 1.Amateurcup über die 1900-Marke geklettert, so dass er eigentlich nicht mehr zum Turnier zugelassen werden konnte. Da seine Anmeldung jedoch vor diesem Ereignis erfolgt war, einigte man sich darauf, dass er (ohne Entrichten des Start­geldes) teilnah­me­be­rechtigt sei, ihm eventuelle Preise jedoch nicht zuständen.

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Nach 5 Runden führte Jan-Michael Harndt mit 4,5 Punkten die Tabelle an, ihm folgte mit jeweils 4 Punkten ein Quartett, angeführt von dem erst 11-jährige Maximilian Paul Mätzkow, daneben Karsten Bodzyn, Ayush Batzaya und Gerd Schumacher.

Inter­es­san­ter­weise ist hier zu erwähnen die Partie von Jens Kutschke gegen Jörg Lohmar, in welcher ersterer mit einem Turm weniger es zum Remis schaffte, was einen daneben­ste­henden Kiebitz in Großmeister-Format zu dem hellse­he­ri­schen Kommentar veran­lasste: „So läutet sich ein Turniersieg ein“.

Es folgte die kurze Pause und ein Ansturm auf das auffallend gut aufge­stellte Buffet. Wie macht man es richtig: Eine kleine Mahlzeit zur Stärkung ? Oder droht dadurch Müdigkeit mit entspre­chend erhöhter Fehler­quote ? Reicht einfacher Kaffee ?  Weltniveau-Gastronom Marc G. empfahl „Brötchen mit veganem Belag“ und schei­terte mit dieser Strategie kläglich: Insgesamt nur 2 Brötchen dieser Variante wurden käuflich erworben. „Der Schach­spieler an sich ist doch eher kriege­ri­schen, man könnte auch sagen mörde­ri­schen Gemütes. Er schlägt Figuren und Gegner, opfert eigene Leute (z.B. Bauern oder Läufer) nur um kleine Vorteile zu erringen, will den Gegner vernichten. Da passt die Vorstellung vegane Brötchen zu essen nicht ins Bild“, resümiert Marc G. und fügt noch eine kleine Anekdote aus der letzten „Schach­zeitung“ hinzu, in welcher der Schach­spieler Bronstein zu Wort kommt: „Als ich anfing, Schach zu spielen, sah ich die Spiel­steine als Lebewesen an. Sie waren mir vertraut wie die Zauberer und Hexen in einem Lieblings­märchen. Als mich jemand nach einer Partie kriti­sierte, warum ich nicht meinen Läufer auf h6 geopfert und anschließend mattge­setzt habe, erwiderte ich ganz aufge­bracht: ‘Aber dieser Läufer hat doch die ganze Partie über so viel für mich geleistet, wenn ich ihn opfere, erlebt er doch das Ende der Partie gar nicht mehr!’ “

Zurück zum Turnier: Die letzten vier Runden standen an und nun würde sich zeigen wer die bessere Kondition mitge­bracht hatte: Jan-Michael Harndt kam über drei Unent­schieden und somit 1,5 zusätz­liche Punkte nicht hinaus. Auch das Verfol­ger­quartett konnte an die Erfolge der fünf ersten Runden nicht anknüpfen. Stark spielten auf dagegen Maximilian Schipke mit optimalen 4:0 Punkten und der bereits erwähnte Jens Kutschke mit 3,5:0,5 Punkten, wodurch beide letztlich auf 7:2 Gesamt­punkte kamen und letzterer aufgrund der besseren Feinwertung den Turniersieg für sich verbuchen konnte. Ebenso 3,5:0,5 Punkte erreichten in den letzten vier Runden: Renè Schilling, Thomas Blasig, der U18-Spieler Pascal Güssow und Manfred Freihube.

Jens Kutschke blieb mit 5 Siegen und 4 Unent­schieden ungeschlagen. Neben ihm schaffte es als einziger noch Uwe Zeidler verlust­punktfrei zu bleiben. Darüber hinaus gebührt Uwe Zeidler noch der inoffi­zielle Titel des „Remis-Königs“ mit 6 (!) Unent­schieden.

Die Preis­träger der diversen Rating-Kategorien ergeben sich wie folgt. Wobei zu erwähnen ist, dass das 11-jährige Schach­talent Maximilian Paul Mätzkow als Turnier-Dritter ebenso die Kategorien „Jugend U18“ und „Jugend U14“ gewonnen hat. Jedoch waren Mehrfach­preise ausge­schlossen, so dass die nächst­fol­genden zum Zuge kamen:

Gesamtsieg Punkte
1.Preis Jens Kutschke Schach­freunde Berlin 7
2.Preis Maximilian Schipke SK Inter­na­tional Berlin 7
3.Preis Maximilian Mätzkow ESV 1949 Ebers­walde 6,5
Beste   Jugend­liche „unter 18 Jahre“ (U18)
4.Preis Pascal Güssow Schachclub Rathenow 6
5.Preis Eddie Liebeck SC Empor Potsdam 5
Beste   Spieler der Schach­freunde Berlin
6.Preis Miguel Parada Contzen Schach­freunde Berlin 6
7.Preis Robert von Jutrzenka Schach­freunde Berlin 5,5
Beste   mit „DWZ unter 1700“
8.Preis Thomas Blasig SC Kreuzberg 6
9.Preis Manfred Freihube SC SW Lichtenrade 5,5
Beste   Jugend­liche „unter 14 Jahre“ (U14)
10.Preis Güney Ertürk SC Weisse Dame 3,5
11.Preis Yang Felix Wang SC Weisse Dame 3
Beste   mit „DWZ unter 1500“
12.Preis Markus Zelanti Queer-Springer SSV Berlin 4,5
13.Preis Thomas Paubel - 4
Beste   Anfänger/ Spieler ohne DWZ
14.Preis Georg Frohlinde - 4
15.Preis Fernando Dametto - 3,5
Pascal Güssow gewann mit 6 Punkten die Kategorie Jugendliche U18, Eddie Liebeck holte 5 Punkte.

Pascal Güssow gewann mit 6 Punkten die Kategorie Jugend­liche U18, Eddie Liebeck holte 5 Punkte.

 

Robert von Jutrzenka holte ordentliche 5,5 Punkte, musste sich aber in der Wertung "Bester Spieler der Schachfreunde Berlin" knapp geschlagen geben. Miguel Parada Contzen, Doktorand aus Chile an der TU Berlin, erreichte satte 6 Punkte.

Robert von Jutrzenka holte ordent­liche 5,5 Punkte, musste sich aber in der Wertung „Bester Spieler der Schach­freunde Berlin“ knapp geschlagen geben. Miguel Parada Contzen, Doktorand aus Chile an der TU Berlin, erreichte satte 6 Punkte.

Thomas Blasig holte starke 6 Punkte und siegte in der Kategorie "DWZ unter 1700", Manfred Freihube stand ihm mit 5,5 Punkten kaum nach.

Thomas Blasig holte starke 6 Punkte und siegte in der Kategorie „DWZ unter 1700“, Manfred Freihube stand ihm mit 5,5 Punkten kaum nach.

Die besten (und coolsten?) Jugendlichen unter 14: Güney Ertürk (3,5 Punkte) und Yang Felix Wang (3 Punkte).

Die besten (und coolsten?) Jugend­lichen unter 14: Güney Ertürk (3,5 Punkte) und Yang Felix Wang (3 Punkte).

Thomas Paubel (4 Punkte) und Markus Zelanti (4,5 Punkte) räumten in der Kategorie DWZ unter 1500 ab.

Thomas Paubel (4 Punkte) und Markus Zelanti (4,5 Punkte) räumten in der Kategorie DWZ unter 1500 ab.

Georg Frohlinde und der Brasilianer Fernando Dametto, der erst seit wenigen Wochen in Berlin lebt, gewannen die Preise für die besten vereinslosen Spieler / Anfänger.

Georg Frohlinde und der Brasi­lianer Fernando Dametto, der erst seit wenigen Wochen in Berlin lebt, gewannen die Preise für die besten vereins­losen Spieler / Anfänger.

Ein weiteres Schachbuch und der 30-Euro-Einkaufs­gut­schein für den Schach­laden von Arno Nickel gingen an Stephan Tschirschwitz und Rafet Muratovic.

Stephan Tschirschwitz und Rafet Muratovic wurden von der Glücksfee (in der Mitte) bei der Auslosung mit zwei Sonderpreisen bedacht.

Stephan Tschirschwitz und Rafet Muratovic wurden von der Glücksfee (in der Mitte) bei der Auslosung mit zwei Sonder­preisen bedacht.

 

Hier der Link zu allen Ergeb­nissen

 

Die Veran­stalter bedanken sich bei allen Spielern für das harmo­nische Turnier und wünschen allen weiterhin schach­liches und sonstiges Vergnügen. Das Turnier soll in gleicher Form auch nächstes Jahr wieder statt­finden, sozusagen als zweiter „1.Amateurcup der Schach­freunde Berlin“. Derzei­tiger Arbeits­titel: „2.Amateurcup der Schach­freunde Berlin“. Einige der diesjäh­rigen Teilnehmer dürften dann aufgrund verbes­serter DWZ nicht mehr teilnah­me­be­rechtigt sein. Andere hingegen dürften von einer höheren Zahl ausgehend unter die „1900er-Grenze“ zurück­kehren, was beweist, dass schlechtes Schach­spielen nicht immer ein Nachteil sein muss. Beste Grüße !

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2 KommentareKommentieren

  • uwe zeidler - 10.09.2013 Antworten

    super turnier! und dickes lob fuer die organi­sation

  • Markus Zelanti - 08.09.2013 Antworten

    Sehr schönes Turnier!
    Dank an GM Polzin und IM Thiede perfekte Leitung.
    Und natürlich an Markus für die kulina­rische Bewirtung.
    Freue mich auf das nächste Jahr.
    Voraus­ge­setzt ich bleibe unter der 1900 er Marke ... :))

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