Spaßblitz: Paulsen vor Smolny und Artukovic

von am 28. Mai 2016 in Blitzschach

Spaßblitz: Paulsen vor Smolny und Artukovic
Entscheidung in der letzten Runde: Dirk Paulsen - Frieder Smolny 1:0

Parallel zur Mitglie­der­ver­sammlung fand ein kurzfristig angesetztes Spaßblitz­turnier unter der Regie von Markus Zelanti statt. Mit 19 Teilnehmern war der Nebenraum gut gefüllt. Die zufällig sortierte Tabelle legte die Spitzen­paarung in die letzte Runde. Den zweiten Preis erloste sich Michael Glienke. Herzlichen Glück­wunsch!

. 25.05.2016 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 Pkt.
1 Paulsen 1 1 1 1 = 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 17,5
2 Smolny 0 1 0 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 16
3 Artukovic 0 0 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 0 1 1 1 1 1 15
4 Alhassan 0 1 0 0 1 0 1 1 1 1 = 1 1 1 1 = 1 1 13
5 Kalka 0 0 0 1 1 0 1 = 1 0 1 1 1 1 1 1 1 1 12,5
6 Glenzer = 0 0 0 0 1 0 1 0 1 1 1 1 1 1 1 1 1 11,5
7 Jacobson 0 0 0 1 1 0 1 0 0 0 1 1 1 1 1 1 1 1 11
8 Ehret 0 0 0 0 0 1 0 1 0 0 1 1 1 1 1 1 1 1 10
9 Miowitz 0 0 0 0 = 0 1 0 = 1 = 1 1 = = 1 1 1 9,5
9 Glienke 0 0 0 0 0 1 1 1 = 0 = = 1 0 1 1 1 1 9,5
11 Molnaer 0 0 0 0 1 0 1 1 0 1 1 1 0 0 1 0 1 1 9
12 Hoffbauer 0 0 0 = 0 0 0 0 = = 0 1 1 1 1 1 1 1 8,5
13 Schmidt 0 0 0 0 0 0 0 0 0 = 0 0 1 1 1 = 1 1 6
14 Mayer 0 0 1 0 0 0 0 0 0 0 1 0 0 1 0 = 1 1 5,5
15 Zelanti 0 0 0 0 0 0 0 0 = 1 1 0 0 0 1 1 1 0 5,5
16 Dr. Schindler 0 0 0 0 0 0 0 0 = 0 0 0 0 1 0 1 1 1 4,5
17 Csanad 0 0 0 = 0 0 0 0 0 0 1 0 = = 0 0 1 1 4,5
18 Cetin 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 1
19 Flood 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 0 0 0 1

 

Nächste Woche:

Mittwoch, 01.06.2016: Schnellschach-Grandprix (Beginn 20 Uhr)

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2 KommentareKommentieren

  • Markus Zelanti - 1. Juni 2016 Antworten

    Erstmal Vielen Dank an Dirk Paulsen für den schönen Bericht.
    Und natürlich an alle Teilnehmer,die letzten Mittwoch mitge­spielt haben.Da ich leider keinen Computer mit Schweizer System im Einsatz hatte,spielten wir einrundig.Und ich musste die Kreuz­ta­belle handschriftlich führen, was bei 19 Teilnehmern nicht so einfach war.
    Aber irgendwie haben wir es doch dann hin bekommen, mit Unter­stützung von Michael und Tobias.
    Es lief ruhig ohne Zwischen­fälle und alles recht harmo­nisch ab.
    Dafür meinen Dank!
    M.Z.

  • Dirk Paulsen - 28. Mai 2016 Antworten

    Die angeblich so „unsor­tierte Tabelle“ hat nach meiner Auffassung zwei astreine Sortier­kri­terien als Grundlage: 1) Punkte, 2) Sonneberg-Berger Wertung. Die Sitzordnung -- als Basis für ein Runden­turnier im Modus Jeder gegen Jeden war, so vermute ich recht stark, nicht völlig zufällig, da wohl die Reihen­folge der Anmel­dungen zugrunde gelegt wurde (wie gesagt; hierbei handelt es sich um eine Vermutung, aber ich meine zumindest, mich erinnern zu können, dass die beiden offen­sicht­lichen engen Freunde Flood und Mayer direkt neben­ein­ander saßen für die Turnier­dauer, und sicherlich auch gemeinsam gekommen waren und sich entspre­chend gleich­zeitig angemeldet haben: weiterhin fiel bei den beiden auf: sehr sympa­thisch, in etwa gleich­altrig, wobei ich einem Gespräch am Rande entnehmen konnte, dass Flood wohl 16 Jahre alt is, mit einem hohen Engagement und einer ebensolchen Veran­lagung für das Schach, beide zumindest ebenfalls höher pigmen­tiert, im direkten Gespräch mitein­ander Englisch parlierend, jedoch jederzeit auf Deutsch umschaltend, mit jedem Gegner; kurios, auffällig, sicher, aber davon keineswegs abnehmend sympa­thisch; falls das Engagement bleibt verspreche ich eine recht rasche schach­liche Entwicklung).

    Insofern wäre es aber noch immer einiger­maßen zufällig, die Abfolge der Paarungen, und als ich Frieder Smolny im Verlaufe der ersten Turnier­hälfte (natürlich gegen Ende) gegenüber, aber eben nur diagonal, saß, stellten wir beide fest: a) bisher noch kaum Punkte abgegeben (er 0, ich 0.5) und b) dürfte wohl die Schluss­runde werden für das direkte Duell. So kam es denn auch. Schluss­runde, und ich hatte zwar gesehen, dass er kurz nach unserer derarten Begegnung gegen Alhassan Jooma in einem Turmend­spiel, welches er für ausge­glichen erklärte (ich sehe weiterhin einen Vorteil auf Gegners Seite), bei beider­seitig hochgra­diger Zeitnot als erster überschritt und somit eine 0 haben musste (während bei mir das eine Remis blieb), wusste aber nicht und schaute auch nicht vor unserer Begegnung, ob er denn noch einen weiteren (halben?) Punkt abgegeben hatte und womöglich mein Turniersieg bereits außer Frage stünde. Da ich aber bei seiner späteren Partie gegen Adis Artukovic sah, dass er mit Mehrfigur (und folgendem einfachen Sieg) im Endspiel ebenfalls siegreich blieb, konnte ich wohl davon ausgehen, dass in unserer Partie die Entscheidung um den Turniersieg fiele. Ich wollte ohnehin spielen und gut spielen, um meine Niederlage aus der Vorwoche gegen ihn auszu­bügeln, aber auch überhaupt einfach und möglichst gut Schach spielen.

    Das Foto ist beinahe perfekt einge­fangen, denn sie ist nicht nur direkt aus dieser Partie sondern zudem kurz vor der Entscheidung. Mein Springer landete gerade auf b3, nachdem er ihn mit e7-e5 von d4 aus vertrieben hatte. Nun ist der Springer c5 heraus­ge­fordert. Der Abtausch auf b3 reparierte meine Bauern­struktur, und nachdem er im Anschluss mit dem Sprin­gerzug von c6 nach e7 den Bauern auf c3 aufs Korn nahm -- mit dem Turm c8 -- spielte ich meine Trumpf­karte Läuferpaar aus: Lh6-g7, Th8-g8, Lg7xf6. Bereits ein Mehrbauer wäre das, aber er bediente sich danach auf c3, den Verlust des Bauern f6 nicht hinnehmend. Darauf griff der andere Läufer entscheidend über c4 ein: Le2-c4, greift den Turm auf g8 an und deckt den Bauern auf b3, zugleich wird dem frechen Turm auf c3 der Rückzug verbaut. Er zog seinen Turm von g8 nach f8, woraufhin ich sehr einfach spielte: Lf6xe7, Ke8xe7, Ke1-d2, womit der Turm c3 gefangen war. Das erzwungene Quali­täts­opfer auf c4 (Tc3xc4) konnte den Verlust nur aufschieben, aber nicht sehr ernsthaft in Frage stellen. Sein Läufer, der danach auf c6 erschien, hielt zwar gerade so den Damen­flügel zusammen, aber ein Quali­täts­rück­opfer gegen diesen Läufer zur rechten Zeit brachte mir ein gewon­nenes Bauernend­spiel ein, woraufhin er sehr bald das Handtuch warf.

    So sei hier recht ausführlich der Ausgang dieser zufäl­ligen Schluss­run­den­partie, falls sowohl in Überschrift als auch Artikel nicht erwähnt (lediglich in der Tabelle nachzu­lesen, für den wahren Enthu­si­asten...), in länglicher Form nachge­tragen.

    Im Übrigen finde ich Turnier­ta­bellen mit 100% Ergeb­nissen hässlich, unattraktiv, und zudem aussa­gelos, in Wahrheit. Die Perfor­mance wäre unendlich, unmessbar hoch (Carlsen oder Stockfish könnten nicht mehr machen...; das verkrüp­pelte und verun­staltete Elo oder DWZ-System spuckt eine aus, welche jedoch schlichtweg falsch ist, da eben keine Aussage im Falle von 100% oder 0% über die Spiel­stärke zu treffen ist; unendlich gut oder unendlich schlecht, was jedoch ebenfalls nicht stimmt). Sowie ein halber Punkt fehlt, macht es einen guten Eindruck. In Kreuzberg Blitz vom April gelang mit das Kunst­stück, ebenfalls einen halben Punkt abzugeben („nur“ einen halben), dies jedoch ausge­rechnet gegen das abgeschlagene Schluss­licht, welches seiner­seits nur diesen einen halben Punkt auf der Haben­seite verbuchen konnte; ein Glück, dass ich die vermeintlich einfachste Partie des Turniers, gegen einen absoluten Novizen, nicht für mich entscheiden konnte, denn es ergab ein hübschen Tabel­lenbild).

    Es artet zu einem Bericht aus: kurios war zudem, dass ich bei dem oben abgebil­deten Turnier das eine Remis in der ersten Runde abgab (einmal also gegen das Schluss­licht, einmal in der ersten Runde; beides irgendwie doch bemer­kenswert?!). In einer unglaub­lichen Partie gegen André Glenzer spielte ich wagemutig einen Najdorf Sizilianer (seit Jahrzehnten abgewöhnt, wegen zu vieler Fallstricke und takti­scher Reinfall­mög­lich­keiten, selbst wenn beider­seits gegeben). Er, ohnehin taktisch gewandt und noch besser im direkten Spiel gegen den König, setzte meinen in der Mitte fest. Dann opferte er vorbildlich eine Figur auf b5 und haute anschließend mit dem Turm auf d6 rein. Verzweifelt ein Gegen­spiel suchend kam ich auf Tg8xg2, damit zumindest ein Turmschach auf c2 drohend, vom Turm c8 oder Turm g2. Er konnte danach zwar meine ganze Dame gewinnen, mit Turmschach auf e6 gefolgt von Sprin­ger­gabel auf d6, jedoch waren die Türme auf der zweiten stark genug, mir das direkte Dauer­schach zu sichern. Direkt nach Tc8xc2+ bot er also, leicht enttäuscht, das Remis an. Kein Entrinnen für den König, trotz ganzer Dame mehr!

    Tolle Partie, gerechtes Ergebnis, würde ich sagen, und Andrés Enttäu­schung wich später sogar einer gewissen Zufrie­denheit, wie man noch während des Turniers feststellte (er kam bei gelegent­lichen Begeg­nungen immer wieder darauf zurück), vermutlich aber auch aufgrund dessen, dass es das einzig kleine, aber doch erwünschte, Haar in meiner Turnleis­tungs­suppe blieb.

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