Sieg und Niederlage für 2. und 3. Mannschaft - Update

von am 14. Oktober 2013 in 2. Mannschaft, 3. Mannschaft, Teams

Sieg und Niederlage für 2. und 3. Mannschaft - Update
Erfolgreich für die Schachfreunde: Jan Lundin.
Schachfreunde Berlin II   6 - 2 Lübecker SV              
 1 Polzin,Rainer          ½ : ½ Kreuzholz,Michael       2
 2 Strzemiecki,Zbigniew   ½ : ½ Krause,Ullrich          4
 3 Wendt,Jan-Dietrich     ½ : ½ Janz,Frerik             5
 5 Moreno Tejera,Emilio   1 : 0 Lampe,Dirk              6
 7 Lundin,Jan             1 : 0 Christ,Ralf             7
 8 Wintzer,Joachim,Dr.    ½ : ½ Ehrke,Michael           8
 9 Brettschneider,Stefan  1 : 0 Hein,Andreas            9
11 Nogly,Christoph        1 : 0 Koop,Thilo             16

Weitere Ergebnisse der 2. Bundesliga-Nord

Die erste Mannschaft des Lübecker SV ist eines jener Teams, das seit Jahren in mehr oder weniger unver­än­derter Besetzung antritt und fast ohne Ersatz­spieler auskommt. Umso überraschter waren wir, dass diesmal gleich zwei Spieler aus den ersten Acht die Reise nach Berlin nicht angetreten sind, unter anderem auch ihr Spitzen­brett.

Besonders „leiden“ musste darunter Rainer Polzin, der sein Debüt in der zweiten Mannschaft gab. Auf Michael Kreuzholz war er nicht vorbe­reitet. Aber noch schlimmer: sein Gegner kam bis an die Zähne mit Engine-Varianten bewaffnet! Und das, obwohl Rainer seine Zweit­waffe 1…. g6 statt seinem geliebten Drachen spielte. Wenn Weiß schon gegen die Moderne Vertei­digung bis zum 20. Zug quasi blitzte, was hatte er dann erst gegen Sizilia­nisch vorbe­reitet? Erst nach 20 Zügen fing Kreuzholz  an nachzu­denken. Zu Polzins Glück war die entstandene Stellung zwar vorteilhaft für Weiß, aber hoch komplex. Nach beider­seits präzisem Spiel kam es dann durch „Dauer-Gardez“ zur Punkte­teilung.

Deutlich weniger nerven­auf­reibend verlief die Partie an Brett 2 zwischen Zbigniew Strze­miecki und Ulrich Krause. In einer franzö­si­schen Abtausch­va­riante musste Schwarz zwar etwas Präzision walten lassen, das Remis war aber nie in Gefahr.

Auch an Brett drei zwischen Jan Wendt und Frerik Janz gab es keine Entscheidung. Schwarz hatte die bessere Bauern­struktur, Weiß das Läuferpaar und mehr Raum. Die Remis­breite wurde nie verlassen.

Einen souve­ränen Einstand feierte unser spanische Neuzugang Emilio Moreno Tejera. In einem Geschlos­senen Sizilianer konnte er durch eine hübsche, lange Kombi­nation mit Figuren-Schein­opfer einen Bauern einstreichen und gewann das sogleich entstandene Endspiel sicher.

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Emilio Moreno Tejera mit Auftaktsieg für die Schach­freunde, dahinter am Brett Jan Wendt und Zbigniew Strze­miecki

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht ganz so souverän, aber taktisch nicht weniger eindrucksvoll kam Jan Lundin zum vollen Punkt. Er bekämpfte das Damen­gambit durch seine Annahme. Ralf Christ entschied sich für einen der solidesten Aufbauten mit e3 und a4. Lange lavierten beide so vor sich hin, bis Weiß mit dem Bauern­vorstoß d4-d5 mehr Schärfe ins Spiel brachte. Plötzlich brannte es an allen Ecken und Enden. In beidsei­tiger Zeitnot in schon schlech­terer Stellung übersah Weiß ein Turmopfer auf f2, wonach die schwarze Dame mit tödlichen Drohungen nach h2 einsteigen konnte.

Die Partie an Brett sechs zwischen Joachim Wintzer und Michael Ehrke war als erste beendet. Zug um Zug tauschte sich immer mehr Material ab, so dass das logische Ende nicht lange auf sich warten ließ.

Einen schönen Sieg konnte der neue Mannschafts­führer Stefan Brett­schneider am siebten Brett mit seiner geliebten Hollän­di­schen Vertei­digung erzielen. Er bekam zwar einen isolierten e-Bauern, dafür war die weiße Königs­stellung geschwächt. Bei vollem Brett wurde fleißig hin und her manövriert. Einmal tauchten sogar insgesamt sechs Figuren und ein Bauer auf der e-Linie auf (hier hätte Stefan am Zug aus ästhe­ti­schen Gründen eigentlich noch mit De8 oder Te8 die Linie komplett zumachen sollen …).

Auch hier fiel die Entscheidung in der Phase vor der Zeitkon­trolle. Weiß übersah das tödliche Eindringen eines schwarzen Turms nach e3, den Brett­schneider  wunderbar für den schwarz­feld­rigen weißen Läufer opfern konnte. Läuferpaar, entfernter Freibauer auf der a-Linie und der offene weiße König ergaben einen weiteren vollen Punkt für die Schach­freunde.

Im Tschi­gorin-Damen­gambit „weigerte“ sich der Gegner von Christoph Nogly, den laut allen Theorie­bü­chern automa­ti­schen Tausch Lxf3 zu spielen. Mit diesem Konzept kam Nogly am Brett nicht klar und fand sich bald in einer unange­nehmen Stellung wieder. Vielleicht aus Enttäu­schung darüber, einen klaren Vorteil verspielt zu haben, wurde sein Gegner Thilo Koop im Endspiel mit jeweils Dame und Turm zu aktiv. Der Bauern­durch­bruch e6 riss die schwarze Königs­stellung auf und brachte Weiß einen Mattan­griff. Die horrende Zeitnot­phase endete letztlich mit einem weiteren Sieg für die Schach­freunde.

Alles in allem ein verdienter, vielleicht einen Tick zu hoch ausge­fal­lener Sieg zum Saison­auftakt.


Schachfreunde Berlin III  2½-5½ SC Rotation Pankow       
 2 Hoffmann,Udo           1 : 0 Seils,Joerg             1
 3 Jarvinen,Rauno         + : - Dauth,Benjamin          2
 5 Noetzel,Felix          0 : 1 Boetzer,Detlef          3
 6 Chatzidakis,Michail    0 : 1 Steinhagen,Bernd        4
 7 Lachmann,Utz           0 : 1 Neumeier,Lars           5
 8 Offermann,Fernando     0 : 1 Bruchmann,Stephan       6
 9 Kretzschmann,Jens      0 : 1 Mueller,Michael         7
11 Kunze,Martin           ½ : ½ Guth,Thomas             8

Weitere Ergebnisse der Oberliga Nordost

Ganz gut sah eigentlich das Debüt unserer 3. Mannschaft in der Oberliga Nord-Ost aus. Ein schnelles kampf­loses 1-0 am 2. Brett durch Rauno Jarvinen gab Sicherheit. Sehr spannend und erfolg­ver­spre­chend verliefen lange Zeit die Partien von Udo Hoffmann und Michail Chatz­idakis. Ersterer konnte nach langem Kampf dann auch gegen Jörg Seils gewinnen, Chatz­idakis stellte seine Gewinn­stellung aber leider zur Null ein.

Damit war der Mannschafts­kampf dann auch gelaufen. An einigen Brettern machte sich mit zuneh­mender Spiel­dauer das ELO-Überge­wicht des Nord-Berliner Aufstiegs­aspi­ranten bemerkbar. Lediglich Martin Kunze kam noch zu einem verdienten halben Punkt.

 

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