4. Mannschaft: Runde 2-5

von am 07.01.2013 in BMM, SFB4 Saison 2012/13, Teams

4. Mannschaft: Runde 2-5

Ein Sieg gegen VfB Hermsdorf in der 2. Runde war nicht unbedingt zu erwarten. Aber einmal mehr zeigte sich, dass wir in vernünf­tiger Aufstellung jede Mannschaft schlagen können. Vorne sind Leute wie Dusan Jeremic, Abdel­kerim Krichi und Wolfram Burck­hardt sowieso immer für einen Sieg gut - dieses Mal haben wir aber auch hinten ordentlich gepunktet – 2,5/4 vorne, 2,5/4 hinten – sehr schön!

Im relativ unbekannten Ausweich­spiel­lokal setzte ich morgens beim Aufschließen erst einmal kurz die Alarm­anlage in Gang – der eilends angerufene Sicher­heits­dienst wollte mir nichts sagen, passiert ist aber auch nichts weiter, weder Sicher­heits­dienst noch Polizei störten die Konzen­tration, im Gegensatz zu den Kircht­um­glocken nebenan...

Amüsant ging es dann auch weiter: jeder Mannschafts­führer mit auch nur etwas Erfahrung hat immer ein Paar Ersatz­ku­gel­schreiber dabei – man kennt ja seine Pappen­heimer. Dieses Mal waren zwar meine Jungens versorgt, die Gegner aber nahmen gleich zweifach meinen Dienst in Anspruch. Angst um sein Schreib­ma­terial braucht man in solch einem Falle nicht zu haben: am Ende wird man durch Liegen­ge­blie­benes mehrfach entschädigt.

Die Partien findet man unten; eine kurze Synopsis: bis auf die Niederlage von Fritjof liefen wir in keiner Partie Verlust­gefahr. Dusan stand in einer guten Partie (fast am Ende) auf Gewinn, konnte aber wie schon in der 1. Runde den Sack nicht zumachen. Das wird sich mit Sicherheit in den nächsten Runden ändern. Wolframs Partie entfernte sich nie vom Ausgleich, am Ende war er etwas unzufrieden, weil er eher forcierte Zugfolgen wählte statt die Spannung aufrecht­zu­er­halten und seinem Gegner die Gelegenheit zu Fehlern zu geben. Auch Yizheng stand auf Gewinn, während nur Thorben sich in schlech­terer Stellung vertei­digen musste. Es hätte also ohne weiteres 6:2 ausgehen können, was sicherlich eine kleine Sensation gewesen wäre. So aber verbleiben wir mit dem Gefühl, einen überzeu­genden und ungefähr­deten Sieg gelandet zu haben. Kommende Runde am 2. Dezember geht es gegen die starken Eckbauern.

– So weit der Bericht zur 2. Runde, der dann wegen techni­scher Schwie­rig­keiten, für deren Lösung bisher aufgrund familiärer Ereig­nisse die Zeit fehlte, nicht veröf­fent­licht werden konnte. Zum ersten Mal seit ziemlich langer Zeit konnte ich aus denselben Gründen in der 3. Runde beim Kampf meiner Mannen nicht vor Ort sein. Sie machten mir aber alle Ehre: überra­schend auch in der Höhe von 5:3 gewannen sie gegen Eckbauer bei einem Schnitt von DWZ 1884 gegen 1920. Sogar die einzige Niederlage von Peter Baranowsky war unnötig; weil er nicht wusste, wie es stand bzw. falsche Infor­ma­tionen erhielt, verschmähte er eine Zugwie­der­holung und überzog mit Mehrqua­lität seine Partie in dem Glauben, auf Gewinn spielen zu müssen. Schade für ihn, umso mehr es ein vermeid­bares Kommu­ni­ka­ti­ons­problem war, aber das schmälert nicht den Erfolg der Mannschaft.

4. Mannschaft BMM12-13 4. Runde

In der 4. Runde am 17.12 waren die Tempel­hofer unser Gegner, die mit einem inter­es­santen Konzept antreten: vorne Leute mit 2200+ und Oberli­ga­stärke, hinten junge Spieler mit einer vergleichs­weise niedrigen DWZ. Das ist lobenswert und kann aufgehen, muss aber nicht. Vor allem nicht, wenn die Speer­spitze Brustkern/Mihok/Schmidbauer mit 47 im Hinblick auf ihre DWZ bescheiden agiert. Wie mir ein Spieler nach dem Kampf verriet, setzen aller­dings auch die Jugend­lichen nicht auf das erwünschte Trainingsmaß, sodass sich der SK Tempelhof auf dem letzten Platz wieder­findet. Trotzdem war das Ergebnis von 6:2 bei einem DWZ-Schnitt von 1892 gegen 1962 jetzt nicht unbedingt zu erwarten – nicht umsonst sind wir zusammen mit Weiße Dame die Mannschaft mit dem höchsten DWZ-Zugewinn (und Tempelhof die mit dem höchsten Verlust).

Ich fing gerade an, mich nach dem mir unbekannten 4. Zug meines Gegners in die Stellung vertiefen zu wollen, da teilte mir Peter Baranowsky mit, es stehe 1:0: er habe im 5. Zug eine Figur gewonnen und sein Gegner sofort aufge­geben (selbst­ver­ständlich blieb Peter noch 5 Stunden bis zum Schluss, um seine Mannschafts­ka­me­raden moralisch und organi­sa­to­risch zu unter­stützen – eine vorbild­liche Einstellung, die sicher auch für die bisher erfolg­reiche Saison verant­wortlich ist). Das war die kürzeste Gewinn­partie, der ich bisher beiwohnen durfte, und ebenso irritiert wie erfreut setzte ich den Kampf fort.

Aller­dings war bald abzusehen, dass der arme Fritjof, der in einer kleinen Schach­krise zu stecken scheint, nach einem Eröff­nungs­fehler wohl verlieren würde. Sein Gegner machte es dann noch einmal recht spannend, aber am Ende stand die Niederlage. Meine Laien­dia­gnose lautet Konzen­tra­ti­ons­schwie­rig­keiten, denn von seinem Schach­ver­ständnis her ist Fritjof deutlich eher an den 2000 als an den 1800. Ich bin aber zuver­sichtlich, dass er das in den Griff bekommt und dann wieder ordentlich punkten wird. Schwer hatte es desgleichen Dusan gegen Brustkern. Auch er behan­delte die Eröffnung nicht optimal und geriet recht schnell in einen Königs­an­griff, der am Ende durch­schlug. Die restlichen Partien aber wurden alle gewonnen, was vom Partie­verlauf her zwar auch nicht immer zu erwarten war, aber am Ende in Ordnung geht.

Theo Heinze spielte eine bemer­kens­werte Eröffnung auf ebensolche unkon­ven­tio­nelle Weise und erlangte schnell Kompen­sation für den geopferten Bauern. Statt ruhig weiter­zu­spielen und den Bauern Bauern sein zu lassen, versuchte er aller­dings, mit 13. … f5 die Dinge zu forcieren – nach 14. exf6 hätte er einen schweren Stand gehabt. So aber überrannte er seinen Gegner im Königs­an­griff.

Thorbens Gegner öffnete zu früh das Zentrum und tauschte dabei einen wichtigen Zentral­bauern gegen einen unwich­tigen Randbauern. Nach zwei schwachen Zügen hinter­ein­ander gewann Thorben Bauer, Figur und Partie. Seine 3,5/4 sollen hier unbedingt erwähnt werden!

Arnds Partie ist mir zu kompli­ziert, um was dazu zu sagen. Der geneigte Leser möge sich selbst ein Bild machen. Jeden­falls ist der Anteil ungleich­far­biger Läufe­rend­spiele in dieser Mannschaft äußerst hoch – eine Trainings­einheit dazu wäre sicher sehr fruchtbar.

Ahmo gewann im Königs­inder, mit dessen Theorie bzw. Motiven sein junger Gegner nicht ausrei­chend vertraut war, in der Eröffnung mit einem klassi­schen Manöver einen Bauern, den er nicht mehr hergab. Zusammen mit dem Positi­ons­vorteil verwerte er das zwar nicht auf dem klarsten Weg, aber doch souverän. Vielen Dank für den nun schon 2. Einsatz mit 22!

Volles Haus bei Zugzwang Pankow: so muss das, so macht das Spaß!Hochachtung auch für die Organisationsleistung und den reibungslosen Ablauf.

Volles Haus bei Zugzwang Pankow: so muss das, so macht das Spaß!
Hochachtung auch für die Organi­sa­ti­ons­leistung und den reibungs­losen Ablauf.

 

Damit wechselten wir ins neue Jahr auf dem 3. Tabel­len­platz. In der jüngsten 5. Runde ging es den Aufstiegs­fa­vo­riten Zugzwang Pankow, gegen die wir klarer Außen­seiter waren: ein DWZ-Schnitt von 2084 gegen 1926 spricht für sich. So kam es dann auch: simply outclassed nennt man das wohl. Beim 2:6 konnte neben mir, der ich ein verlo­renes Sprin­ge­rend­spiel rettete (immerhin –), lediglich noch Thorben Lindhauer (im 5 Spiel das 5. Mal Weiß – was hat der nur für einen Mannschafts­führer?) ein Remis aus der Position der Stärke heraus erlangen. Im Mittel­spiel überspielte er seinen über 150 Punkte stärkeren Gegner und gewann einen Bauern, was aber nur für ein Turmend­spiel mit 4:3 auf einem Flügel reichte. Schwer zu gewinnen und bald wurden die Bemühungen einge­stellt. Mit 45 und einer Perfor­mance von über 2100 hat Thorben aber nicht wirklich einen Grund, sich zu beschweren.

Highlight war aber ohne Zweifel der schöne Sieg von Theo Heinze gegen den fast 200 Punkte stärkeren Christian Düster. Auch diese Partie mit kurzen Kommen­taren von Theo findet man unten; damit hat Theo ebenfalls eine Perfor­mance von über 2100. Sehr schön.

Trotzdem haben wir uns mit dieser Niederlage aus dem Titel­rennen verab­schiedet. Kommende Runde am 27. Januar geht es dann gegen Oberschö­ne­weide – ein dritter Tabel­len­platz am Saisonende wäre auch nicht schlecht.

Seite drucken

Kommentieren

Bitte Pflichtfelder ausfüllen