Der Wurm ist zurück – er war wohl nie weg

von am 6. Februar 2012 in 4. Mannschaft

Der Wurm ist zurück – er war wohl nie weg
Die 4. Mannschaft am 22.01.2012

Tja, das wird wohl nix mehr mit dem 3. Platz in der Endab­rechnung. Nach unserer Niederlage gegen den Tabel­len­letzten Zugzwang (bitte lass ihren Sieg wenigstens zum Klassen­erhalt reichen – wir wollen Rache kommende Saison!) warten in den letzten 4 Runden die 3 Tabel­len­ersten auf uns. Zum Glück ist da auch noch Fredersdorf, gegen die wir in der 8. Runde spätestens den Klassen­erhalt sichern wollen.

Aber der Reihe nach: als erstes war Wolfram Burck­hardt fertig. In einer Caro-Kann-Kurzpartie gegen Peter Hintze kam er gut aus der Eröffnung. Gerade, als die Welt nach 14 Zügen wieder einiger­maßen okay war für Peter, stellte er auf einfache Weise zweizügig eine Figur ein, wonach er sofort aufgab.

Sodann lochte erfreu­li­cher­weise Fritjof Wolf ein. Sein Gegner Arno Kirchhof befindet sich offenbar zumindest in der BMM in einer ernsten schach­lichen Krise – 05 und ein DWZ-Minus von 64 Punkten sprechen eine deutliche Sprache. Wir wünschen gute Besserung von dieser Seite! Das soll aber nicht die Leistung von Fritjof spielen. Schon im 12. Zug erlangte er als Schwarzer Vorteil, machte einfache, gute Züge, was man von seinem Gegner nicht behaupten kann. Er gewann einen Bauern bei besserer Stellung, drang in das Lager des Weißen ein und nach 23 Zügen hatte Arno zu Recht keine Lust mehr.

Dann folgte das Remis von Peter Baranowsky gegen August Hohn. Ich weiß nicht, wie viele Partien die Beiden schon gegen­ein­ander gespielt haben, dementspre­chend gut kennt man sich. Peter kam als Schwarzer ebenfalls gut aus dem Katalaner mit obliga­to­ri­schen Mehrbauern auf c4. Er versäumte aller­dings das typische Manöver De7 nebst e5 und stellte, nicht ganz klar für mich, den Turm nach a6, wo er wenig bis nichts machte. Schließlich spielte er doch noch e5, es ging munter zur Sache. Am Ende kam das Remis­an­gebot von August bei immer noch besserer Stellung von Peter, aber weniger Zeit. Schlecht ist August nicht, also … 0,5:0,5.

Baranowsky BMM 2012-01-22

Es sollte das einzige Remis bleiben und auch die letzte erfreulich Nachricht, abgesehen von meinem zu diesem Zeitpunkt abseh­baren Sieg:

Unser Neuzugang Theo Heinze (an dieser Stelle sei dem BSV, namentlich Benjamin Dauth, ein Dank ausge­sprochen für die schnelle und unkom­pli­zierte Nachmeldung – wäre schön, wenn es mit Benjamin kommu­ni­ka­ti­ons­tech­nisch immer so gut klappen würde) spielte seine erste Turnier­partie nach 15 Jahren. Dafür war es ordentlich anzusehen. Nicht ganz überra­schend aber im Verlauf ein takti­sches Versehen, ausgehend von dieser Stellung nach 13. … Tfd8:

Heinze BMM 2011-2012 Runde5 Diagramm

Hier muss man was gegen die Gegen­über­stellung von Dame und dem Turm d8 unter­nehmen. Das leistet zwar das von Theo gewählte Dc2, was aber in einigen Varianten in die Gabel auf e3 läuft. Der entschei­dende Fehler geschah aber erst nach 14.Dc2 [14. Dc1; Sce2] 14...b5 15.b4 Lxb4 mit 16.Sce5 Sxe5 17.Sxe5? Tac8? (Sxe3 mit der Idee Td2). Theo leistete zwar noch einigen Wider­stand, musste sich aber schließlich geschlagen geben. Mit mehr Praxis wird das wieder ganz anders aussehen.

Theo Heinze und Fritjof Wolf BMM 2012-01-22

Michael Stieber hatte es mit dem starken René Schildt zu tun und ging langsam aber sicher unter. Zunächst baute er sich sehr sicher, wenn auch etwas passiv auf, dann kamen aber Felderschwächen, Raumnachteil und Königs­an­griff hinzu und schließlich war nichts mehr zu machen.

Die vorletzte Partie spielte Kai Stephan Kussatz. Ganz ungewöhnlich geriet er auf der weißen Seite des Skandi­na­viers unter den typischen Druck gegen den Bauern d4, betont durch Dd1 und Td8. Dank der dadurch möglichen Fesselung konnte Schwarz den Bauern gewinnen und auch Kai Stephans zäher Wider­stand im Turmend­spiel nutzte letztlich nichts mehr, auch wenn es am Ende nur ein Tempo war.

Kai Stephan Kussatz BMM 2012-01-22

Rainer Dambach musste mal wieder die letzte noch laufende Partie verwalten und um den Mannschafts­punkt kämpfen. Leider ging das Ganze nicht gut aus und so hat seine Partie ihm etwas die Lust auf Schach verdorben. In einer einiger­maßen festge­legten Struktur mit beider­sei­tigen Felderschwächen, aber dem beque­meren Spiel für Schwarz, überraschte mich Rainer mit der Bemerkung, er habe soeben ein Remis­an­gebot seines Gegners abgelehnt. Nicht nur ohne Rücksprache, sondern auch in einer Stellung, wo meiner Meinung nach der Weiße froh über ein Remis hätte sein können. Rainers Kampf­geist wurde aber nicht belohnt: erst verlor er einen Bauern, später einen zweiten. Die Konstel­lation Dame + Turm + ungleich­farbige Läufer hätte ihm aller­dings durch Abtausch von Dame und Turm das Remis gesichert. Aber diese Chance verstrich, viel mehr gab es nicht und so bedeutete am Ende die persön­liche Niederlage auch die der Mannschaft. Manchmal läuft es eben nicht, aber Kopf hoch, es wird besser: zusam­men­reißen und sich durch­beißen!

Dambach BMM 2012-01-22

Kommenden Sonntag geht es gegen Chemie Weißensee. Letzte Saison konnten wir dort etwas überra­schend gewinnen, dieses Mal wird’s schwer.

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