Am Ende Remis

von am 24.09.2011 in 4. Mannschaft, Nachrichten

Am Ende Remis

In der Schuss­runde gab es ein für die Herthaner nicht unschmei­chel­haftes Remis: aus den letzten drei laufenden Partien erlangten sie noch 1,5 Punkte - es hätten auch gut 0 sein können. Damit sind sie trotz ihres Kampf­geistes abgestiegen, denn nur ein Sieg hätte sie gerettet.

SF Berlin 1903 4 4:4 Hertha / Laven­devil (1895 - 1931)

Kai-Stephan Kussatz (1982) - Wolfgang Stark (1987) ½:½
Abdel­kerim Krichi (2027) - Jan-Daniel Wierz­bicki (1973) 1:0
Michael Stieber (1895) - Ferenc Toth (1989) 0:1
Fritjof Wolf (1765) - Robert Schreck (1908) 0:1
Mark Müller (1967) - Wolfram Inngauer (1843) ½:½
Thorben Lindhauer (1811) - Dr. Jürgen Walz (1901) ½:½
Peter Baranowsky (1844) - Klaus Fleischmann (1835) ½:½
Rainer Dambach (1868)- Georg Windhausen (2012) 1:0

Kai Stephan spielte zum dritten Mal mit Weiß gegen den gleichen Gegner die gleiche Eröffnung - das Ergebnis war überra­schen­der­weise auch heuer zum dritten Mal das Gleiche: remis.

Stellung nach 18. ... Db8

Stellung nach 18. ... Db8

 

Wenn man hier spielen möchte, könnte man vielleicht Df5 probieren - ungleich­farbige Läufer, Königs­an­griff und so. Man hat zwar immer noch wenig bis nichts, aber die Partie ist noch nicht beendet. Man kann natürlich auch 19. Dxb8 spielen und remis machen.

Abdel­kerim Krichi ist da ein etwas anderer Spielertyp. Ein takti­sches Monster, sieht man schnelle Remisen bei ihm nie. So auch in dieser Partie, die schnell sehr scharf wurde. Aus einer ruhigen Damen­bau­ern­er­öffnung hatte sich dank beider­sei­tiger Zentrums­vor­stöße folgende Stellung ergeben:

Stellung nach 18. Dd4

Weiß ist laut Maschine leicht im Vorteil. Karim spielte 18. ... Se5, was eine schwer überschaubare Situation noch schwerer überschaubar macht. Der einzige, aller­dings völlig kontrain­tuitive Zug, der Weiß in Vorteil bringt, ist Sh4 - wer kommt schon auf die Idee, freiwillig den mühsam das Matt auf h2 deckenden Springer abzuziehen? Nach einer Dreivier­tel­stunde spielte sein Gegner das zweit­beste 19. Kh1, das nach Lxf3 20.Lxe8 Txe8 21.Dxd6 Lxg2+ 22.Kxg2 Dg4+ zum Dauer­schach hätte führen können. Aber Weiß spielte 21. Tg1 - ob er gewinnen wollte? Nach der Antwort 21. ... Te6 steht Schwarz auf Gewinn, und zwar zum einen wegen der Variante 22...Dxf3+ 23.Tg2 Tg6 24.Tag1 Sg4 und nach h6 (aller­dings auch schwer zu sehen) holt sich Schwarz den Bauern h2 des Weißen ab, der sich nicht rühren kann und keinen konstruk­tiven Gegenplan hat. Schöner war aller­dings die in der Partie ausge­führte und von Weiß übersehene Idee 22. Tac1 Dxh2+ 23. Kxh2 Sg4+ 0:1.

Michael Stieber

Michael Stieber

Michael Stieber spielte sehr ordentlich gegen den schwarzen Sizilianer. Schon im 9. Zug hätte er die Partie mit einem Läufer­schach, auf das der schwarze König in der Mitte bleiben muss, dort aber nicht mehr froh würde, im höheren Sinne entscheiden können.

Er versäumte dies, blieb aber dennoch am Drücker und erlangte eine klar überlegene Stellung. Die Entschei­dungen waren aber nicht immer einfach, und so verbrauchte er viel Zeit, die ihm dann am Ende fehlte.

Stieber_Diagramm2_Runde_9_BMM_201011

Stellung nach 34. Dd4

In der Diagramm­stellung sieht die Zentra­li­sation schon beein­dru­ckend aus. Schwer vorstellbar, dass man so etwas noch verliert. Aber der Faktor Zeit ist eben beim Turnier­schach nicht zu vernach­läs­sigen. Und so übersahen sowohl Michael als auch sein Gegner, dass der gespielte Zug 37. ... b3 wegen 38. Lxe7 verliert, was einen Zug später nach 38. axb3 Dxb3 noch viel stärker gewesen wäre. Aber es kam anders, ein Turmpaar wurde getauscht, der andere schwarze Turm aktivierte sich über h5 nach f5, gewann den weißen Bauern f4, was seinem Kollegen nach Lg7xe5 auch wieder Leben einhauchte und ein Zeitnot­tur­mend­spiel mit Minus­bauern, das objektiv wohl remis war, konnte von Michael nicht mehr gehalten werden.

Fritjof Wolf

Fritjof Wolf ­baute sich mit Schwarz auf 1. Sc3 etwas passiv, aber fest auf. Mir wäre etwas mulmig gewesen wegen meiner Königs­stellung, aber in der folgenden Stellung sah Fritjof das offenbar anders:

Stellung nach 23. Dd3

23. ... Lxa2 ist ganz schön mutig - für einen Menschen, der Computer sieht das als absolut okay für Schwarz an. Die wahnsinnige Maschine gibt hier die Variante 24.Lxh6 gxh6 25.Sxf7 Kxf7 26.Dg6+ Kf8 27.Dxh6+ Kg8 28.Dg5+ Kf8 29.Dh6+ Kg8 mit Dauer­schach an. Weiß spielte aber 24. Sg4, gewann den Bauern h6 und entstand schließlich folgende Stellung:

Nach 31. De3
Stellung nach 31. De3

Schwarz ist im Vorteil. Nicht mit dem Partiezug 31. ... Dg3, der der zweit­beste ist und zum Remis durch Zugwie­der­holung beim Computer führt (31...Dg3 32.Dg1 Tgd8 33.De3 Tg8 34.Dg1), sondern mit der folgenden Variante:

1. (-0.40): 31...Txg2 32.Kxg2 Tg8+ 33.Kh1 Dg3 34.Td2 Lf1 35.Lf5 Lg2+ 36.Kg1 Lxh3+ 37.Kh1 Lg4 38.Dxe6+ fxe6 39.Txe6+ Kf7 40.Td7+ Kf8 41.Td8+ Kg7 42.Te7+ Kh6 43.Th7+ Kg5 44.Txg8+ Kxf5 45.Txg4 Dxf3+ 46.Tg2 a5 47.Kg1.

Die komplette Variante ist natürlich für unsereins nicht zu sehen; ist aber auch nicht notwendig. Der schwierige Zug ist 34. ... Lf1, der wegen Dxh3 nebst Dxf1 matt nicht geschlagen werden darf. Es ist aber auch nicht schlimm, das zu übersehen. Blöd war nur, dass Fritjof drei Züge später einen Figuren­verlust übersah und aufgeben musste. Ich vermute stark, auch hier war ziemliche Zeitnot im Spiel.

Ich selbst spielte eigentlich ordentlich. Die Eröffnung aller­dings misslang mir ein bisschen, da ich mit den Feinheiten nicht vertraut war, aber mein Gegner offenbar auch nicht. Er spielte zwei, drei zweifel­hafte Züge und kam in eine, wie mir während der Partie schien, klar schlechtere Position. In der

 

Diagramm­stellung nach 18. ... Td8

war ich einiger­maßen zuver­sichtlich nach dem von mir gespielten 19. c6, obwohl ich lange zu Tfc1 tendierte (cxd6 nebst Tfc1 gewinnt übrigens einfach einen Bauern, was ich natürlich nicht gesehen habe - auf d6 wollte ich nun wirklich nicht nehmen). Schwarz muss auf c6 nehmen (nach Le8 verliert er den Bauern a6 ersatzlos) und ich rechnete mir mit den beiden Läufern und dem Freibauern auf der b-Linie gute Chancen aus. Wieder einmal unter­schätzte ich das schwarze Gegen­spiel, der mit späteren d5 seine eigenen Trümpfe - Bauern­mehrheit im Zentrum - ausspielte und das Spiel in beider­sei­tiger Zeitnot verschärfte. Ganz optimal war mein Spiel sicher nicht; mein Gegner stellte zudem noch einen Springer ein, woraufhin ich es einfach machen wollte und in ein Endspiel mit 2 Springern gegen Läufer und zwei Bauern abwickelte. Leider hatte ich nur noch drei Bauern übrig, die mein Gegner alle abtau­schen konnte. Es entstand ungefähr folgende Stellung:

Matt in 63. Was soll man sagen? Kurz bevor mein Blättchen gefallen wäre, schlug ich dann lieber doch noch den Bauern und tröste mich mit dem Gedanken, dass wohl nicht viele 2000er dieses Endspiel gewonnen hätten.

 

Torben Lindhauer kam in der Cambridge-Springs-Variante im Damen­gambit wieder etwas unter Druck, hatte aber das Glück, dass sein Gegner ziemlich schwach spielte. In der folgenden Stellung

Stellung nach 19.h3

hätte ich persönlich als Weißer unter strate­gi­schen Aspekten unbedingt versucht, meinen Raumvorteil und meine aktiveren Figuren für eine Aktion am Königs­flügel zu verwenden und dem Gegner bereit­willig die b-Linie überlassen (schon vorher muss man als Weißer nicht unbedingt Tb1 spielen). Unter takti­schen Gesichts­punkten aber scheitert das vielleicht geplante 19. ... Sxe3 an 20. Dxe3 Dxc3 21. Lh7+ mit Damen­gewinn. Aber auch der von Thorben gewählte einzige Zug, 19. ... Sg4-f6 scheitert an dem vor allem aus dem Sizilianer bekannten Motiv 20. Sxd5, wonach die Dame hängt und auch der Läufer e7 mit Schach, sodass Schwarz einfach bei schlech­terer Stellung einen nicht unwich­tigen Bauern weniger hat. Thorbens Gegner aber blieb sich auch hier treu, übersah diese Möglich, tauschte auf der b-Linie alles ab und machte dann remis. Glück gehabt!

 

Peter Baranowsky

Peter Baranowsky wandte als Weißer die Reti-Eröffnung inklusive Doppel­fi­an­chetto an - kein sehr häufiger Gast bei ihm, zeigt aber eine gewisse Flexi­bi­lität bei den Eröff­nungen. Dem sehr ruhigen weißen Aufbau gemäß glich Schwarz dann verhält­nis­mäßig leicht aus und Peter spielte das äußerst zweischneidige e4, wodurch zwar einer­seits schwarzes d5 erschwert, ander­seits aber das Feld d4 ziemlich geschwächt wird. In der

Diagramm­stellung nach 14. ... 0-0 spielte Peter e5, was mir nicht so gut gefällt. Vielleicht hätte man hier ruhiger mit Tad1, d3 und ggf. f4 (bei schwarzem f5) die Entwicklung vollenden und später auf die Durch­setzung von d2(d3)-d4 spielen sollen. Zwar erobert e5 kurzzeitig das Feld d6, aber man tauscht den Vertei­di­gungs­läufer g2 ab und kann den Bauern e5 nach schwarzem f6 ohnehin nicht halten. Weiß versuchte es zwar noch mit f4, was aber nur die Königs­stellung weiter schwächte. Schwarz drang unter Schach­ge­boten mit der Dame auf e2 ein und stand eigentlich auf Gewinn, sah es aber anscheinend nicht und gab Dauer­schach. Ein etwas glück­liches Ende, aller­dings hatte Peter auch ein früheres Remis­an­gebot abgelehnt.

Rainer Dambach

Rainer Dambach spielte die Eröffnung äußerst unter­neh­mungs­lustig: er opferte erst einen Bauern, dann den nächsten für Entwick­lungs­vor­sprung und Dishar­monie beim Weißen, der zudem aufpassen musste, dass er keine seiner vorlaut vorge­preschten Figuren verliert. Als Kiebitz war mir das gar nicht so klar und ich war der Meinung, Rainer habe ohne großartige Kompen­sation zwei Bauern weniger. Aber in der folgenden

Stellung nach 17...Sxd7

muss Weiß schon mit f4 dafür sorgen, dass er den Springer nicht verliert, was Schwarz aber Gelegenheit gibt, nach 18. ... Tfc8 19. Se5 Sxe5 20. fxe5 mit Sb4 einen der beiden Minus­bauern zurück­zu­ge­winnen und weiterhin Druck zu behalten. Weiß spielte nicht stärkst­möglich weiter, denn verlieren sollte man das eigentlich trotzdem nicht unbedingt. Es ergab sich ein Endspiel mit Mehrbauern für Schwarz, das aber meinem oberfläch­lichen Gefühl zufolge objektiv schwer zu gewinnen sein dürfte. Sehr stark, dass es Rainer doch gelang und ein schöner Saison­ab­schluss gegen einen 2000er!



Zur Saison­leistung der Mannschaft

Nachdem wir in den ersten drei Runden gegen die drei Spitzen­reiter Zugzwang, Berolina und die Schach­freunde Nord-Ost (an dieser Stelle herzlichen Glück­wunsch zum Aufstieg in die Landesliga an die Mannen um das sympa­thische Spitzen­brett Klaus Welke und Kapitän Jens-Uwe Jaeschke - damit bleibt uns zumindest dieser Auswärts­kelch kommende Saison erspart) mit drei Nieder­lagen gestartet sind und das Jahr als geteilter Tabel­len­letzter beendeten, machte sich leichte Sorge breit. Aber die Mannschaft ist in dieser Besetzung zu stark für den Abstieg und so hatten wir nach vier weiteren Runden aus den 0:6 Punkten 8:6 gemacht. Wir können jede Mannschaft schlagen, wie nicht zuletzt der nur knapp verpasste Sieg gegen den aktuellen Aufsteiger beweist, aller­dings auch praktisch gegen jede verlieren. Während die eine Hälfte der Mannschaft grob um die 2000 DWZ hat, agiert die andere eher zwischen guten 1800 und 1900. Angesichts des Poten­tials der betref­fenden Spieler aber bin ich zuver­sichtlich für die kommende Saison und denke, dass diese Lücke eher kleiner als größer wird. Dieses Mal waren wir zu stark für den Abstieg und zu wenig konstant für den Aufstieg. Ob das auch kommende Saison so laufen wird?

Sehr erfreulich auch, dass wir unsere kampf­losen Nieder­lagen, unter denen die 4. Mannschaft bisher häufig zu leiden hatte, auf eine reduzieren konnten. Ich hoffe als Mannschafts­führer sehr, dass das so weitergeht, auch wenn es manchmal extrem anstrengend und auch nervig war.

Kai Stephan Kussatz verwaltete gewohnt souverän das Spitzen­brett. 4,5/8 bescheren ihm bei einer Perfor­mance von 2067 ein DWZ-Plus von 20 Punkten. Etwas ungewöhnlich für ihn sind drei entschiedene Partien (zum Vergleich: letzte Saison: null). Mit seiner Spiel­weise ist er ein perfektes erstes Brett, wo er auch starken Gegner sicher standhält und bei Überzie­hungs­ver­suchen sicher kontert.

Abdel­kerim Krichi erzielte 23 und dank einer Perfor­mance von 2100 leichtes DWZ-Plus. Leider konnte er diese Saison aus beruf­lichen Gründen seine beein­dru­ckende taktische Stärke nicht so oft ans Brett bringen. Umso mehr sei ihm für vorbild­lichen Einsatz gedankt - in der letzten Runde rief er mich Sonntag­morgen um acht Uhr an, teilte mir mit, er sei gerade außer­plan­mäßig nach einer vierstün­digen Autofahrt aus Westdeutschland in Berlin angekommen, saß dann kurzfristig pünktlich am Brett und verhin­derte so die einge­plante kampflose Niederlage der Mannschaft (und gewann natürlich noch, nebenbei). Respekt!

Wolfram Burck­hardt erlangte 35 und verbes­serte sich damit um 13 Punkte bei einer Perfor­mance von 2087. Er liebt positio­nelles Schach mit einer deutlichen aktiven Kompo­nente und ist darin auch starken Gegnern meist überlegen. Er ist manchmal etwas optimis­tisch, was seine eigenen Möglich­keiten angeht, dennoch ist er meiner Meinung nach der Spieler mit dem vielleicht größten Spiel­ver­ständnis der Mannschaft. Ich bin sehr gespannt auf sein Ergebnis kommendes Jahr!

Felix Zesch verbes­serte sich durch seine 34  bei einer Perfor­mance von 2150 um 23 Punkte. Ohne Verlust agierte er souverän auch gegen starke Leute. Damit ist er ein echter Leistungs­träger und ich hoffe sehr, dass er wieder öfter spielen wird nächste Saison.

Michael Stieber musste als Neuling in der Berliner Liga etwas Lehrgeld bezahlen - aller­dings nicht so viel wie ich damals. Mit 38 und einer Perfor­mance von 1883 verlor er leicht um 4 Punkte. Nach drei Verlusten in den ersten drei Runden konso­li­dierte er sich aber sichtlich. Michael kommt meistens nicht so gut aus der Eröffnung, leistet seinen höher einge­stuften Gegnern dann aber großen Wider­stand und gleicht aus oder überspielt sie. Am Ende der Partie hingegen kommt er oft in Zeitnot und wirft die Partie dann noch weg - zwei bis drei seiner vier Nieder­lagen kamen so zustande. Wenn er diese beiden Sachen in den Griff bekommt, wird er bären­stark punkten.

Fritjolf Wolf trat erst gegen Ende der Saison in unseren Verein ein, empfahl sich aber direkt mit einem sehr sicheren positio­nellen Gewinn gegen einen starken Gegner. Es folgten zwei vermeidbare Nieder­lagen durch Versehen, aber ich bin sicher, dass er am Ende der kommenden Saison ein deutlich positives Punktescore aufweisen wird.

Mich selbst stürzt diese Saison in tiefe Verwirrung: mit 69 habe ich mich bei einer Perfor­mance von 2088 um 30 Punkte verbessert. Bemer­kenswert aber, wie diese Punkte zustande kamen: den 0,5/3 (durchaus nicht ungerecht­fertigt) gegen die Gegner mit DWZ unter 1900 (ø 1850) stehen 5,5/6 gegen die über 1900 (ø 2026) entgegen. Wenn man bedenkt, dass ich vorletzte Saison 77 gegen einen Schnitt von 1730 machte, habe ich nicht die geringste Ahnung, an welchem Brett ich kommende Saison spielen soll. Wahrscheinlich darf ich einfach auf keinen Fall gegen 1800er spielen...

Thorben Lindhauer verbes­serte sich mit 50 % aus sechs Partien gegen einen Schnitt von 1911 um 24 Punkte. Gegenüber letzter Saison hat sich sein Spiel meinem Eindruck nach deutlich verbessert und auch gegen bessere Gegner ist das Ergebnis nun völlig offen. Seine Mittel­spiel­be­handlung ist sehr angenehm anzuschauen und wenn das so weitergeht, sind die 1900 DWZ bald erreicht. Ein paar Schwächen offen­barte er aller­dings in der Behandlung ungleich­far­biger Läufe­rend­spiele ...

Peter Baranowsky hatte in seiner ersten Saison in als Stamm­spieler der 4. Mannschaft es auch nicht immer leicht. Mit 3,5/8 verschlech­terte er sich bei einer Perfor­mance von 1811 leicht um 9 Punkte. Bei seinen 0,5/4 zu Beginn der Saison hatte er mit starken Zeitnot­pro­blemen zu kämpfen, die er aber dann in den Griff bekam, was sich auch fort in seinem Ergebnis von 34 in der zweiten Hälfte nieder­schlug. Wenn er kommende Spielzeit daran anknüpfen kann, wird er mit seiner eher positio­nellen Spiel­weise ein sicheres positives Ergebnis an den hinteren Brettern erzielen.

Rainer Dambach erzielte  mit 4,5/8 bei einer Perfor­mance von 1946 ein Plus von 20 Punkten und nähert sich damit wieder der 1900-Marke, wo er zweifellos mindestens hingehört. Auch er kommt nicht immer unbedingt mit Vorteil aus der Eröffnung (besonders bei einer - aber er hat mir versprochen daran zu arbeiten bis zur nächsten Saison!), zeichnet sich aber durch enormen Kämpfergeist und damit verbunden der ständigen Suche nach aktiven Möglich­keiten aus. So findet er auch noch Ressourcen in Stellungen, die ich schon längst remis würde gegeben haben. Und wohl niemand in der Mannschaft ärgert sich über Nicht-Siege so wie er. Ich bin überzeugt, dass er diesen ärger kommende Saison weniger häufig als dieses Mal haben wird.

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