Die Schlange erwürgt!

von am 28. September 2011 in ECC 2011, Europapokal

Die Schlange erwürgt!

Eine verdiente 2-4 Niederlage mussten die Schach­freunde Berlin heute beim ECC gegen die weißrus­sische Mannschaft von Vesnianka Gran quittieren. Damit gelang keine Revanche für die Niederlage beim Europacup vor 10 Jahren. Einziger Licht­blick war Christoph Nogly , der seinen ersten GM-Skalp einsammeln konnte.

Aller­dings hätte es dazu keine 40 sondern nur 20 Züge benötigen dürfen. GM Kiril Stupak spielte nicht unerwartet das sogenannte Snake-Benoni (Benoni mit Ld6). Diese Eröffnung ist nach allge­meiner Ansicht noch schlechter als ihr Ruf, was Christoph mit 17.Lxf7+ beweisen hätte können (Idee: nach Kxf7 Dh5+ Kg8 Lg5 hat die Dame auf d8 überra­schen­der­weise kein Feld mehr!). Er spielte aber „positio­neller“ mit 17.a5 und schnürte seinen Gegner konse­quent ein.

Gute Gewinn­chancen hatte auch Robert Glantz an Brett 5. Eine kompli­zierte Fianchetto-Variante im Königs­inder neigte sich in der Zeitnot­phase zu Roberts Gunsten. Das resul­tie­rende Endspiel war wohl technisch gewonnen. In der zweiten Zeitnot­phase stellt er dann seinen kompletten Vorteil leider einzügig ein. Dank günstiger Mithilfe seines Gegners kam es sogar noch zu einem Endspiel Turm und Springer gegen Turm, das aber leider nicht zu gewinnen ist.

An Brett 4 erzielte Jan Lundin gegen GM Juri Tihonov ein korrektes Remis. In einem Sizilianer brachte er ein positio­nelles Quali­täts­opfer. Sein Gegner opferte diese aber zurück und erhielt ein ausge­gli­chenes Endspiel.

Von Anfang an unter Druck standen unsere ersten drei Bretter. Joachim Wintzer stand in einem Nimzo-Inder von Anfang an unter Druck. Diesen Druck verwan­delte GM Podol­chenko erst in einen, dann in zwei und schließlich in drei Mehrbauern und dann in den vollen Punkt.

Rainer Polzin verstand die kompli­zierte Scheveninger Varinate im Sizlianer nicht richtig. Er hatte an einer Stelle wohl auch Chancen auf Vorteil, verpasste diese aber. Auch ein paar Ausgleichs­mög­lich­keiten entgingen ihm, so dass am Ende eine Niederlage quittiert werden musste.

Arnd Lauber
lief in einer Caro-Kann-Vertei­digung dem Ausgleich hinterher. In der Zeitnot­phase kam im der h6-Bauer abhanden, was sich als entscheidend erwies.

Viktor Kortschnoj

Am Nachbar­tisch war heute der unver­wüst­liche Viktor Kortschnoi aktiv.

Am 15. Oktober spielt die 80-jährige Schach­le­gende anlässlich der Auftakt­runde der Schach­bun­desliga in Mülheim an der Ruhr ein Simultan an 25 Brettern.

Morgen kommt es für die Schach­freunde zum Klassiker gegen die SG Solingen. Die Mannschaften sind in der Setzliste direkte Nachbarn mit dem minimalen Elo-Schnitt-Vorteil von 5 Punkten für die Haupt­städter.

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